Der Titel dieses Rezepts klingt spannend, oder? Eigentlich sind Spaghetti mit Tomatensoße und Brokkoli-Gratin ja zwei Gerichte für sich. Aber sie lassen sich vortrefflich kombinieren, wie ich letzten Sonntag ausprobiert habe.

Nachdem es am Samstag überbackene Schnitzel nach Tessiner Art gab, wollte ich am Sonntag mal ganz ohne Fleisch auskommen. Da ich auch für Kinder kochen muss, gleicht so ein Vorhaben immer einer besonderen Herausforderung. Mit Spaghetti kann ich ja kaum was verkehrt machen, dachte ich. Und Brokkoli mögen sie auch. Also fiel meine Entscheidung auf das Rezept „Spaghetti mit Tomatensoße und Brokkoli-Gratin“, welches ich erst kürzlich aufgeschnappt habe.

Die Zutaten

  • 1 Packung Spaghettis
  • 1 Tüte Emmentaler Käse (gerieben)
  • 20g Mehl
  • 200ml Milch
  • Tomatenmark
  • 1 Dose Tomaten  (geschält, zerkleinert) oder 5 frische Tomaten
  • Salz, Pfeffer, Oregano, Olivenöl, Basilikum, Muskatnuss, 1 Lorbeerblatt, Zucker
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Brokkoli
.

Spaghetti mit Tomatensoße und Brokkoli-Gratin

Bei diesem Rezept kann man sich sequentiell durch die einzelnen Kochetappen kämpfen oder diese geschickt kombinieren. Ich bin zuerst wirklich einen Schritt nach dem anderen durchgegangen. Im Nachhinein würde ich das so kochen:

Setze einen großen Topf mit Wasser auf. Darin werden wir die Spaghettis kochen! Ich habe je 1 EL Hühnerbrühe und Gemüsebrühe darin versenkt. Salz habe ich nicht mehr reingeschmissen – in den Brühen ist genug davon. Während diese ungeheure Wassermenge nun versucht, irgendwie ans kochen zu geraten …

… greifen wir uns einen mittelgroßen Topf, füllen den mit Wasser und geben dem auch Energie vom Herd zu schmecken. Dieser Topf ist für den Brokkoli, den du gut mit kaltem Wasser abspülst und von dem du die Röschen extrahierst. Ein Kochmesser sowie ein Schneidebrett helfen dir dabei. Weil auch dieses Wasser ein gewisse Zeit braucht um zu kochen …

… wenden wir uns der Soße zu. Das Mehl wird mit der Milch verrührt. Dafür nutzt man gleich einen kleinen Kochtopf. Ein Schneebesen sorgt dafür, dass keine Mehlklumpen in der Milch entstehen. Ich schneebese (sieht komplett bescheuert aus das Wort, aber ich lasse es mal so stehen) also mit dem Schneebesen tüchtig durch die Mehlmilch und werfe gekonnt ein Lorbeerblatt dazu, welches sich ob des rauen Klimas teilt. ‚Egal‘, schoss es mir durch den Kopf. Energie unter den Topf und fleißig den Schneebesen schwingen. Die Soße wird plötzlich ganz dick und wirft Blasen. Nach wenigen Sekunden hatte ich das Gefühl, einen Teig herzustellen. Ich will ja keinen Kuchen backen! Also goß ich Milch nach und schwang den Schneebesen und … nach wenigen Minuten hatte ich dann eine dicke Soße, die kein Teig war. Und alles war gut.

Wir nehmen den Topf wieder vom Herd, werfen 3 Prisen Salz, 2 Prisen Pfeffer und 1 Prise Muskatnuss dazu, verühren das nochmal und kosten und würzen gegebenenfalls noch ein wenig nach. Dann stellen wir den Topf beiseite. Ist recht schnurz, ob die Soße kalt wird oder nicht. Jedenfalls verschwendete ich keinen Gedanken daran. Ich musste mir nur merken, später die Lorbeerblatt-Hälften aus der Soße zu fischen.

Das Brokkoli-Wasser müsste auf jeden Fall jetzt kochen. Kippe die Brokkoli-Röschen in das kochende Wasser. Beobachte sie so 5min und nimm die Energie unter dem Topf wieder weg. Vergiß den Brokkoli erstmal. Er wird am Ende gut.

Vermutlich ist das Spaghetti-Wasser noch immer nicht am Kochen, oder? Was – es kocht? Du hast wohl nen Deckel auf den Topf gemacht, wie? Das ist ökologisch gesehen ein kluger Schachzug, denn so verschwendest du keine Energie. Schmeiß die Spaghettis in den Topf. Ich habe für 5 Personen eine dreiviertel Packung genommen. Das war recht großzügig, wie sich herausstellte.

In des widmen wir uns den Zwiebeln und dem Knoblauch. Beide werden geschält und dann auf einem Schneidebrett ganz klein geschnitten.
(An dieser Stelle sei wieder ein Tipp angebracht: Vielen tränen beim Zwiebel schneiden die Augen. Das kannst du verhindern, in dem du ein scharfes Messer nimmst! Ein stumpfes Messer drückt mehr in die Zwiebel, als das es schneidet. Durch den Druck spritzt der Zwiebelsaft aus der Zwiebel … und das führt zum Tränen der Augen! Ein anderes Mittel, welches helfen soll ist, während des Zwiebelschneidens den Mund voller Wasser zu halten und dieses zu bewegen. Wie bei einer Mundspülung sozusagen. Ich habe das aber nicht ausprobiert. Käme mir blöd dabei vor!)

In einen weiteren kleinen Topf gibt du nen Esslöffel Olivenöl, erhitzt dieses und kippst das Zwiebel-Knoblauch-Kleinzeug rein. Du brutzelst das so eins, zwei Minuten und drückst dann 2 EL Tomatenmark dazu. Außerdem schmeißt du die Gewürze rein. Aber Obacht: du musst fleißig mit nem Kochlöffel arbeiten, sonst brennt dir das Zeuch schneller an, als du denkst! Alles zusammen rührst du so eine Minute und schüttest dann ne halbe Dose Tomatenzeuch dazu. Ich hatte Pizzatomaten in der Dose und es war gut. (Idealerweise greifst du aber auf frische Tomaten zurück. Die wäscht du und schnippelst die klein, bevor du sie in den Topf haust.)
Schmecke die Soße ab und verfeinere sie mit 2 Prisen Zucker. Der entfalltet dabei eine geniale Wirkung. Probier mal vorher und nachher und du verstehst.
Alles zusammen kochst du kurz auf und läßt es gut sein.

Die Spaghettis! Himmel! Die dürften inzwischen fertig sein. Also kippst du den ganzen Topfinhalt durch ein Sieb, läßt darüber kaltes Wasser rauschen, schüttelst das Wasser aus dem Sieb und den übriggebliebenen Siebinhalt wieder in den Topf. Der Topf enthält also nur noch Spaghettis und eine vernachlässigbare Menge Wasser. Dazu gibst du die Tomatensoße und verrührst alles miteinander.

Wir – also du und ich – haben es nun fast geschafft. Schnappe dir eine Auflaufform und fette diese ein. Wie das geht? Ganz einfach: Schneide ein Stück Butter ab, lasse es in die Auflaufform plumpsen und schmiere dann mit der Hand die Butter durch die komplette Auflaufform. Vergiß die Ränder nicht dabei! Herrlich widerliche Sache, das. Aber wir können uns ja danach die Hände waschen, nicht wahr? Genau das machen wir dann auch.
Am Ende der Auflaufform ist noch viel Butter übrig? Egal. Lass sie drin. Schadet nichts.

In diese gefettete Auflaufform schüttest du jetzt die Spaghetti mit Tomatensoße rein und verteilst die Menge in der ganzen Form. Anschließend entnimmst du dem Brokkoli-Topf die Brokkoli-Röschen und verteilst diese auf den Spaghettis. Jetzt greifst du zum Soßentopf, extrahierst das Lorbeer-Zeug und vergießt die Soße über dem Brokkoli. Jetzt ist es gut, wenn du eine Tüte schon geriebenen Käse hast. Andererseits musst du jetzt Käse reiben. Den geriebenen Käse streust du großzügig über den Auflaufform-Inhalt. Dabei achtest du darauf, dass mehr Käse innerhalb der Auflaufform-Ränder verbleibt als daneben.

Heize den Ofen auf 220°C Ober-Unter-Hitze auf und sobald der Ofen diese Temperatur erreicht hat, stellst du die Auflaufform hinein. Ziemlich in der Mitte des Ofens, ok?

Du hast jetzt 10min Zeit, den Tisch zu decken.

Guten Appetit. 🙂

Spaghetti mit Tomatensoße und Brokkoli-Gratin“ sind ein echt leckeres Essen. Auch wenn Tomatensoße nicht jedermanns Sache ist, mit dem Zucker wird aus der Soße ein Gedicht. Bei mir war der Brokkoli etwas zu hart. Das habe ich in dem Rezept aber berücksichtigt und die Zeit für den Brokkoli etwas nach oben geschraubt. Ggf. prüfe den Brokkoli bevor er auf die Nudeln kommt. Die 10min im Ofen bringen dem Brokkoli nicht dazu, weicher zu werden. Er muss vorher vielleicht etwas knackiger als Bißfest sein. Aber nicht viel.

(Leider habe ich mal wieder vergessen, die Kamera zu rücken. Ich hole das nach. Bestimmt. 🙂 )

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.