Ich liebe Pilze. Ich gehe auch gern selbst los und fahre mit der Sense durch Pilzfelder. Leider gibt’s letztere hier in der Gegend nicht (oder sind mir nicht bekannt). Außerdem finde ich seltener die Zeit zu solch entspannenden Ausflügen. Aber es gibt ja immer noch die sogenannten „käuflichen Pilze“. Und weil meine Frau gerade auf dem vegetarischen Trip ist, wollte ich mal ein vegetarisches Pilzrezept ausprobieren. (Für die Kinder gab es optional richtiges Gulasch. 😉
Von der Menge her werden 2 hungrige Menschen satt von dieser Mahlzeit.

Ich verspreche, dass es ein wunderbar merkwürdiges Kocherlebnis wird. Jedenfalls ging es mir so.

Die Zutaten

  • 1 Schale Pfifferlinge (ca. 500g)
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Paprikapulver
  • Gemüsebrühe
  • 1 TL gekörnte Majoran (gerebelt tut es auch)
  • 1TL Kümmel
  • ½ Becher saure Sahne oder Schmand
  • 2 EL Mehl
  • Essig
  • Wasser

Das braucht man

  • 1 Kochtopf
.

Zunächst säubern und waschen wir die Zwiebel und zerkleinern sie gekonnt in kleine Würfelchen. (eine Anleitung für diese aufregende Tätigkeit findest du z.B. beim Gurkensalat). Das Zwiebelklein findet sich kurz darauf in einem Topf wieder, in welchem bereits 2EL Öl ganz heiß auf die Zwiebeln sind. Die Zwiebeln werden auf diese Art und Weise unter gelegentlichem Rühren bräunlich eingefärbt. Schwarz ist eindeutig zuviel braun!

Jetzt kommts: Löffeln Sie 2 – 2,5 EL Papikapulver zu den Zwiebeln und rühren Sie. Das Zeuch klumpt wie die Pest zusammen, aber das gehört vermutlich so. Ich wunderte mich nur kurz, zuckte mit den Schultern und beließ es dabei. Nach ca. 1min Schulterzucken spritzte ich ca. 1 halben EL Essig rein und verrührte das Ganze, dass es nur so zischte. Bereits im Vorfeld abgemessene 300ml Wasser rührte ich nun langsam in den Zwiebel-Öl-Paprika-Klumpen, welcher daraufhin tatsächlich in den Aggregatzustand „Soße“ wechselte. Jetzt befördern wir noch Majoran und Kümmel in der oben angegebenen Menge in den Topf, schließen den Deckel, fahren die Hitze auf ein „Köchelmaß“ runter und „vergessen“ das Ganze für ca. 40min.
Köchelmaß bedeutet, dass diese Soßengemisch unmöglich anbrennen kann, dabei aber das Köcheln nicht vergißt. Wie diese genaue Einstellung an Ihrem Herd aussieht müssen Sie wissen.

In der Zwischenzeit bereiten wir die Pfifferlinge vor. Diese werden in das gesäuberte und gewässerte Spülbecken gekippt und anschließend unter munterem „durch-das-Wasser-ziehen“ vom Dreck befreit in eine Tropfschale geworfen, wo sie ihrer weiteren Verarbeitung harren. Größere Pfifferlinge werden kleiner gesäbelt.

Außerdem nehmen wir eine Tasse oder kleine Schüssel, messen 6EL Wasser hinein, rühren das Mehl ein und mischen zusätzlich den halben Becher Schmand unter. Letztlich stellen wir diese quark- oder spachtelmassen ähnliche Mischung beiseite.

Nach 40min köcheln erinneren wir uns an den Topf auf dem Herd und pürieren alles mit einem Pürierstab. Viel gibt es nicht zu pürieren. Kosten sollten sie auch noch nicht – es schmeckt irgendwie: brrrrrrr. *schüttel* Es sei denn sie wollen wissen wie *brrrrrr-schüttel* schmeckt.

Kippen Sie nun die Pfifferlinge in die Soße und geben Sie noch etwa 1 EL Gemüsebrühe dazu. Wenn Ihnen die Soße etwas sehr dick vorkommen sollte schadet es nichts, wenn Sie noch etwas Wasser (max. ne halbe Tasse) nachfüllen.

Lassen Sie alles ca. 15 – 20min auf kleiner Hitze weiterköcheln. Danach sind die Pfifferlinge in einer bissfesten, genießbaren Verfassung. Rühren Sie das Schmand-Mehl-Wasser Gebräu in die Soße und lassen Sie das kurz aufkochen.

Schmecken Sie ab. Etwas Salz rundet die Sache gut ab. Aber seien Sie vorsichtig: Zuviel Salz versaut das Essen ohne große Probleme.

Dazu reichen Sie Semmelknödel, deren Zubereitung locker während der Kochezeit erledigt werden kann, deren genaue Zusammensetzung und Herstellung aber an anderer Stelle erklärt werden soll.

Fazit: Lecker, merkwürdig. Jedenfalls wenn man diese Pfifferlingssoße das erste Mal genießt. Wir brauchten ein, zwei Happen um unsere Geschmacksnerven zu eichen, aber dann ….. Hmmmmmm!

Tipp: Wenn Sie Pilzhasser in der Familie haben oder Menschen, die alles abseits guter Hausmannskost oder Spaghetti verabscheuen (Töchter gehören oft zu dieser Gattung), dann können Sie gut und gern ein normales Gulasch dazu zubereiten und nach dem Essen die Reste beider Töpfe zusammenschütten. Das Ergebnis ist einfach himmlisch!

One thought on “Pilzgulasch – Pfifferlinge mit Semmelknödel

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