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Letztes Wochenende oblag mir die familiäre Versorgung mit Nahrung. Das stellt normalerweise kein großes Problem für mich dar. Seit einigen Monaten hat sich das aber geändert, denn: meine Frau ist seit ihrer letzten Fasteneinlage fast komplett ins vegane Lager gewechselt. Ich toleriere das und inzwischen beginne ich mich daran zu gewöhnen, Mahlzeiten so zu planen, dass Fleischfresser wie auch Weidetiere 😉 gleichermaßen zufrieden gestellt werden. Du kannst also damit rechnen, dass auf ichkochwas.de vermehrt vegane und vegetarische Rezepte auftauchen werden. Ich muss das nur gleich jetzt anbringen, weil gerade die Beilage die ich zubereitete, so sicher nicht all zu häufig so gemacht wird. (Das ist von meinem noch arg beschränktem Horizont aus gesehen betrachtet.)

Ich entschied mich für folgendes Sonntagsessen: Kartoffelpüree (vegan zubereitet) mit marinierten, gegrillten Gemüse-Schaschlik sowie Hackfleischbällchen und Sauerkraut.
Wir hatten noch Besuch zum Essen und … es wurde gegessen bis zum Platzen!

Ich liebe dieses Essen so und in abgewandelter Form. Das Rezept auf dieser Seite beschränkt sich auf die Gemüsespieße. Eine kleine Abhandlung über die Herstellung eines veganen Kartoffelpürees („Papa, das schmeckt wie normal!“) wird in einem separaten Rezept folgen.

Die Zutaten

für ca. 7 Spieße

Die Spieße

  • 2 Zucchini(klein)
  • ca. 10 Champignons
  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 gelbe Paprikaschote
  • 2 rote Zwiebeln

Die Marinade

  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Sesamöl (hell)
  • ½ TL Chili
  • 1 EL Ingwer, frisch gerieben
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Zucker
  • 1 EL Tomatenmark
  • Vorbereitung:
  • Kochzeit:

Das braucht man

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mariniertes Gemüse zum Grillen - Gemüse-Schaschlik - veganes Rezept

Wie du siehst – sind da keinerlei tierische Bestandteile dabei. Ein reines Wiesen- und Ackerfutter sozusagen. Du solltest die Spieße ein paar Stunden vor dem Grillgang fertig machen, damit die Marinade genügend Zeit hat, das Gemüse zu veredeln. Das braucht seine Zeit. Ich hatte die Vorbereitungen am späten Vormittag gemacht und die Spieße dann bis zum Abend einfach stehen gelassen. Es hat ihnen nicht geschadet. 🙂

Das Gemüse

Das Gemüse wird zunächst gewaschen und in mundgerechte Stücke geteilt. „Mundgerecht“ unterliegt dabei immer einer individuellen Interpretation, so dass ich an dieser Stelle keine genauen Maßangaben liefern kann. Gehe aber davon aus, dass eine ganze Paprikaschote sicher nicht „mundgerecht“ ist und selbst eine Hälfte davon nur von wenigen Menschen als „mundgerecht“ bezeichnet werden kann. Als Faustregel kannst du dir „mundgerecht“ wie folgt merken: Das Nahrungsstück gelangt ohne große Anstrengungen in den Mund. Ausgerenkte Kiefer sind zu vermeiden.

Die Zucchini werden einfach nur abgewaschen. Dann schneidest du im Winkel von ca. 40° die Blüten-Spitze weg. Du kannst das Ausmessen, musst du aber nicht. Die Winkelangabe dient nur als Hinweis, dass du schräge Scheiben abschneiden solltest. Das macht die Zucchini-Scheiben „größer“, was bei kleinen Zucchinis angenehmer ist. Hast du nur größere Zucchinis zur Hand, kannst du natürlich auch normale Scheiben absäbeln. Achte nur darauf, dass die Scheiben (egal ob schräg oder nicht) ca. 1cm dick sind. (Der ultimative Insidertipp für sehr akribische Köche: das OCD Chef Schneidebrett oder das Fred Holz Schneidebrett – beides genau das gleiche Schneidebrett mit unterschiedlichem Namen und u.a. geniale und gern gesehene Geschenke für kochende Nerds oder jene, denen das nichts ausmacht.)


Schneidebrett für Geeks: OCD Chef Cutting Board

Schneidebrett für Geeks: OCD Chef Cutting Board

Schnippel beide Zucchinis auf diese Art und Weise kurz und klein.

Die Zwiebeln entkleidest du und schneidest sie in .. naja … mundgerechte Stücke. Hehe. Dicke Scheiben sind mundgerecht, solange sie dicker als der Durchmesser der Schaschlickspieße sind. Aua – das klingt schon wieder viel zu kompliziert.
Die Zwiebeln stellen eine gewisse Schwierigkeit später dar. Aber nichts, was wir nicht in den Griff bekommen!

Die Champignons werden entstielt. Die Stiele brauchen wir an dieser Stelle eigentlich nicht. Du kannst sie vielleicht in ein leckeres Süppchen werfen, welches du unter Umständen gerade kochst. Oder schmeiß sie weg. Das Entstielen geht übrigens ganz einfach: Schnapp dir einen Champignon an der Kappe; mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger der anderen Hand greifst du dir den Stiel. Dann drehst du langsam, aber mit Nachdruck Kappe und Stiel in entgegengesetzter Richtung … Du drehst den Stiel einfach ab. Das funktioniert ganz wunderbar und ohne „Werkzeug“. Wenn der Stiel nicht sauber abgeht – macht nichts. Ist nicht so wild und keiner weiteren Mühe wert.

Die Paprikaschoten werden gewaschen und wie an dieser Stelle beschrieben ausgeweidet und in ca. 1cm mal 1cm große Stückchen gesäbelt.

Haben wir was vergessen? Nicht das ich wüßte. Also widmen wir uns der Gemüsesteckkunst.

Stecke einfach das Gemüse abwechselnd auf die Schaschlickspieße. Es gibt keine Vorgaben an die Reihenfolge oder Geschmacksfolge. An dieser Stelle bist du allein der kreative Kopf! Also nutze selbigen und stecke.
Hinweis wegen der Zwiebeln! Du wirst es an dieser Stelle bereits gemerkt haben oder ahnst es schon: Zwiebelscheiben neigen bei zu grober Behandlung zum Auseinanderfallen in Zwiebelwürfelchen. Das ist bei diesen Gemüse-Schaschlik-spießen nicht gewünscht. Aber wie bekommt diese verflixten Dinger auf den Spieß? – Stecke die Zwiebelscheiben durch die lange Seite auf den Spieß! Das erfordert etwas mehr Kraft und du riskierst, dass der Schaschlik-Spieß zerbricht, aber mit Nachdruck und Feingefühlt klappt das wunderbar. Ich habe mir das nach dem zweiten zerbrochenen Stäbchen selbst beigebracht und kann dir versichern, dass du das auch kannst. Vielleicht schaffst du es mit nur einem zerbrochenen Schaschlikspießchen – und schon bist du besser als ich!

Lege die Spieße in die Bratform. Ich habe da so eine flache Bratform, die man auch zum backen nehmen kann. Ganz praktisches Teil.

Die Marinade

Die Marinade ist mit etwas Fleißarbeit recht zügig hergestellt.
Schnappe dir eine kleine Schüssel und fülle die Flüssigkeiten aus den Marinaden-Zutaten hinein. Beim Sesamöl solltest du die Menge wirklich nur vom hellen Sesamöl nehmen. Es gibt auch dunkles Sesamöl – aber das ist sehr viel intensiver im Geschmack, so dass du davon weniger nehmen müsstest.

Der Knoblauch wird geschält und dann entweder gepresst oder in klitzekleine Stückchen geschnitten. So mache ich das sehr oft. Das erfordert Geduld, Zielstrebigkeit und Feingefühl – alles Fähigkeiten, die man als Softwaresupporter braucht. In der Küche wende ich das dann an. Oder ist es umgekehrt? Wer weiß ….

Vom Ingwer hatte ich ca. ein daumengroßes Stück, welches ich schälte und dann mittels der Microplane-Reibe zerrieb. Mir ist beim Einkaufen aufgefallen, dass Ingwer im Supermarkt scheinbar immer in „Baumform“ angeboten wird. So viel braucht kein Mensch – es sei denn, er ist süchtig nach Ingwer-Tee und es ist Winter! Scheue nicht davor zurück, dir ein passendes Stück abzubrechen. Ich mach das auch so.

Tomatenmark, Zucker und Chili wandern auch in das Schüsselchen. Beim Chili nahm ich so ein drittel Teelöffel. Das Chili war grob geschroten; kein Pulver; Keine Schote! Die Menge reichte aus, um das Gemüse mit einer angenehmen Schärfe zu versehen, was allerdings z.B. für Kindergaumen schon wieder zu viel war. Hier musst du probieren, was dir und deinen Mitessern angenehm ist.

Verrühre alles zu einer dickflüssigen Marinade. Greife zu einem Backpinsel und verteile mit diesem die Marinade übr die Gemüsespieße. Pinsel ruhig jede verfügbare Stelle ein. Die Marinaden-Menge paßt hervorragend zur Anzahl der Schaschlik-Spieße.

Das war’s auch schon mit der Vorbereitung. Stelle die Bratform mit den Gemüsespießen für einige Zeit weg (z.B. in den kalten Ofen). „Einige Zeit“ steht dabei für wenige Stunden und weit weniger als einen Monat!

Das Grillen

Ok – wir haben nicht wirklich gegrillt. Vielmehr hat unser Ofen einen Grillmodus. Und den habe ich ausgenutzt. Insgesamt brauchen die Spieße ca. 20min zuzüglich die Zeit zum Vorheizen des Ofens.
Zunächst wird der Ofen auf 200°C vorgeheizt. Das geht mit Oder-Unterhitze recht fix. Dann schiebst du die Bratform auf der mittleren Schiene in den Ofen und stellst diesen in den Grill-Modus um. Wie das geht, steht im Manual deines Ofens. Hast du keinen grillfähigen Ofen, weiche einfach auf einen herkömlichen Grill aus. Das geht sicher auch.
Für min 20min bleiben die Spieße im Ofen. Ich habe sie nach ca. 13min umgedreht, damit die Unterseite auch Farbe bekommt.

Fertig.

Du solltest zusehen, dass deine Beilagen zu den Spießen gleichzeitig mit diesen fertig werden. Gemüsespieße werden auf einer Platte angerichtet wahnsinnig schnell kalt und müssen dann wieder „aufgewärmt“ werden.

Meine Frau fand die Spieße sehr lecker. Ich hatte sie vielleicht ein wenig zu kurz im Ofen gehabt und würde daher das nächste Mal 2-3min dazu geben. Also insgesamt 22-23min. Ich denke aber, das hängt auch vom Gemüse ab. Die Marinade kam sehr gut an. Die Kombination aus den Zutaten ist ziemlich lecker und verleiht dem Gemüseschaschlik einen tollen Geschmack!

Tja – das war’s. Probiere diese gegrillten Gemüse-Spieße einmal aus und schreibe mir, wie sie geschmeckt haben. Wie variierst du derlei vegetarische Grillkost? Und … pssssst …. wie hältst du reine Gemüsekost wie solche Gemüseschaschlick-Spieße längere Zeit warm auf dem Esstisch? Das würde mich brennend interessieren und freue mich daher auf deine Tipps!

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