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Dieser Wirsingeintopf wird mit Kartoffeln, Karotten, Ingwer und Bratwurst gekocht, und schmeckt mit viel Kümmel, Muskat und einem Schuss Zitrone absolut köstlich. Bei diesem Kochrezept wird viel gewürfelt!

Wirsingeintopf mit Bratwurst

Wirsingeintopf mit Karotten, Kartoffeln, Ingwer und Bratwurst - hier in der nichtvegetarischen Variante


Ich habe bisher noch nie Wirsing gekocht. Frag mich nicht warum, aber ich habe immer einen Bogen um dieses grüne Gemüse mit dem Wirrkopf gemacht. Vielleicht dachte ich, dass ich beim Verzehr auch wirr werde. Obwohl … manchmal denke ich, dass ich vielleicht in frühen Jahren zuviel Wirsing abbekommen habe. Beweisen kann ich das nicht.

Egal. Um das Fazit vorwegzunehmen: mir schmeckte der Wirsingkohleintopf vortrefflich. Meiner Frau war zuviel Gemüsebrühe und Bratwurst drin. Den Kindern schmeckte die Bratwurst und die Kartoffeln. Hätte der Wirsingeintopf nur daraus bestanden – sie wären begeistert gewesen. Hat er aber nicht.

Das Rezept ist trennbar in einem vegetarischen und einen nichtvegetarischen Teil – die dann bei Bedarf zusammengeführt werden können. Aber nicht müssen! In beiden Varianten macht dieser Wirsingeintopf einiges her!

Die Zutaten

Wirsingeintopf für 4-6 Personen

  • 1 Wirsing, (ca. 1 kg)
  • 3 große Karotten
  • 6 große Kartoffeln
  • 6-8 Scheiben Schinkenspeck
  • 6 Bratwürste
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1cm Ingwer
  • 1l Brühe (Hühnerbrühe, Gemüsebrühe)
  • 100 ml Sahne
  • 1 EL Kümmel, gemahlen
  • 1 EL Senf
  • 1 EL Olivenöl
  • 1/2 TL Muskat, frisch gerieben
  • Salz und Pfeffer
  • 1 EL Zitronensaft
  • Zucker
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In der Zubereitung ist dieses Wirsing-Rezept einfach total einfach. Die vorbereitenden Tätigkeiten beschränken sich auf das vielfache Teilen der Zutaten, weshalb du dir am besten gleich ein Schneidebrett und ein Kochmesser schnappst. Damit klappt es am allerbesten.

Noch ein Wort zur Bratwurst. Du kannst gern „geschlagene“ oder „nackige“ Bratwurst nehmen. Wenn du welche im Darm hast, dann musst du die Bratwurst später „schälen“. Es geht aber auch diese „rohe Bratwurst“. Die kannst du dann einfach aus dem Darm drücken, kleine Klopse daraus formen und die dann braten. Kommt auch richtig gut.

Einen Wirsing-Kopf vielteilen

Krall dir gleich einen Salatseiher. Entferne zunächst die dreckigen äußeren Blätter vom Wirsing. Säbele den Wirsingkopf entzwei und extrahiere den Strunk. Das ist das dicke, stammähnliche Ding aus dem der Wirsing gewachsen ist. (Tipp: Wenn du Hasen hast – die freuen sich über den Strunk. Aus dem Häuschen geraten sie, wenn du den Strunk auf einem grünen Salatblattbett servierst. Die grünen Blätter sind – genau die dreckigen Außenblätter vom Wirsingkopf.) Dann schneidest du die eine Wirsing-Hälfte in Scheiben die so 1cm dick sind. Eine beherzte Drehung der Scheiben bringt dich in die Lage, die Scheiben zu teilen. Schneide mit dem Kochmesser alle 2-3cm durch den Wirsing. Der ist so überrascht, dass er sämtlichen Zusammenhalt verliert und zerfällt. Die Wirsingteile schaufelst du in den Salatseiher. Mit der anderen Wirsingkopfhälfte verfährst du genauso.
Jetzt kannst du den Wirsing kurz unter laufendem Wasser abbrausen.

Kippe das ganze Wirsing-Klein in einen großen Kochtopf. Jetzt widmest du dich den Karotten und Kartoffeln, welche du schälst und würfelst. Wie – keine Ahnung wie das geht? Ok … (erfahrene Gemüseköche können den folgenden Abschnitt überspringen!)

Karotten in Würfel verwandeln

Karotten werden mit eine Gemüseschäler von der Spitze zum Strunk geschält. Nimm wirklich einen Gemüseschäler – damit gehts unheimlich leicht und du schälst wirklich nur das nötigste von der Karotte. (Früher habe ich das mit dem Messer probiert. Heraus kamen so lange Quader oder auch Obeliske. Der Abfallberg war meist größer als der Nutzanteil. Aber das war früher …) Nach dem Schälen spülst du die Karotte ganz kurz mit Wasser ab und legst sie dann auf das Schneidebrett. Greif zum Kochmesser und teile die Karotte der Länge nach. Bei dicken Karotten schneide diese in mehrere Scheiben. Dann legst du die eine Hälfte der Scheiben auf die flache Seite und schneidest sie wieder der Länge nach durch. Wenn nötig – mehrmals. Das Ergebniss: Karottenstäbchen. Die kannst du nun geschickt mit dem Kochmesser in Karottenwürfel zerteilen. Je nach dem wie fein du die Würfel haben möchtest.

Die Kartoffeln werden ebenfalls mit einem Gemüseschäler geschält, gewaschen und gewürfelt. Du kannst das wie bei der Karotte machen. Das geht. Ich schneide die Kartoffeln aber immer in der Hand zunächst in Scheiben, dann in Stäbchen und abschließend in Würfel. Habe ich mir früher von meiner Mutter abgeguckt. 🙂

(Überspringende Gemüseköche müssen hier wieder einsteigen!)

Karotten und Kartoffeln kommen zum Wirsing in den Topf. Kippe einfach einen Liter Wasser dazu. Mit einem Esslöffel löffelst du je 1EL Gemüsebrühe und 1EL Hühnerbrühe in den Topf. Deckel zu und ab auf den Herd. Ich denke, der Topf kann jetzt für so 15-20min sich selbst überlassen werden. (Tipp: Gib zunächst volle Pulle Energie unter den Topf und wenn es kocht, dann reduziere die Energiezufuhr soweit, dass der Topfinhalt noch leicht vor sich hinblubbert.)

Indes schälst und zerteilst du die Zwiebeln, den Knoblauch und den Ingwer. Das geht ganz gut nebenher. Sammele die ganzen Einzelteile in einer kleinen Schüssel oder auf einem Teller, den du erstmal beiseite stellst.

Schneide jetzt die Speckscheiben in Streifen und dann in Würfel. (Das Prozedere erkläre ich jetzt nicht nochmal. Siehe – Karotten würfeln!) Platziere eine große Pfanne auf dem Herd und schütte ein wenig Olivenöl rein. Energie ist auch hier vonnöten, weshalb du den Herd unter der Pfanne aktivierst. Kipp die Schinkenspeckwürfel in die Pfanne.
Greife gleich zu den Bratwürsten und … genau: verwandele sie in Bratwurstwürfel. Schmeiße die Bratwurststücke auch in die Pfanne. Brate alles schön an.

Beim Braten kommt es darauf an, dass du dem Pfannenhinhalt genug Zeit läßt, damit er auch brät. Also nicht ständig umrühren und wenden. Aber ganz solltest du das nicht vernachlässigen. 🙂

Wenn die Bratwurst diese typische Bratwurstfarbe angenommen hat beförderst du das Ingwer-Knoblauch-Zwiebel-Klein dazu und brätst alles noch ein wenig weiter. So 2-3 Minuten sollten reichen.

Aus Wirsingeintopf und Bratwurstpfanne wird Wirsing-Bratwurst-Eintopf

Du kannst nun zwei verschiedene Wege einschlagen: entweder du servierst den Wirsingeintopf und die Bratwurstpfanne getrennt und überläßt es deinen Mitessern zu entscheiden, ob und wie sie die beiden Sachen mischen wollen oder du kippst nun den Pfanneninhalt in den Topf zum Gemüse. Ich habe letzteres gemacht, weil ich unbedingt wissen wollte, wie das zusammen wird.

Wirsing-Suppe - Wirsingeintopf

Die vegetarische Variante des Wirsing-Eintopf - noch ohne Sahne.


Dann kommen die Gewürze dazu. Salz und Pfeffer wollen mit Bedacht eingesetzt werden. 1 EL Kümmel ist bei Kohl genial. Da Kümmel ein recht zwiespältiges Gewürz ist, wird er auch hier in der gemahlenen Form verwendet. Ich habe noch einen halben TL Muskat dazu geworfen. 1 EL Bautzener Senf mischte ich ebenfalls in den Topf. Nachdem ich das alles noch so 2-3min habe köcheln lassen, goß ich die Sahne dazu und spritzte einen TL Zitronensaft dazu, dem dann noch 1 TL Zucker folgte. Alles umrühren und …

Essen ist fertig!

Ich fand dieses Wirsing-Rezept echt hammermäßig schmackhaft. Meine Mädels hatten natürlich rumzumäkeln und konnten dem Wirsing gar nichts abgewinnnen. Komisch. Ich erinnere mich aber schwach daran, dass ich ähnliche Allüren in meinr Kindheit pflegte. 🙂 Allerdings fanden sie die Soße zum brottunken gut. Und die Bratwurst … die wurde weggefuttert wie nix. Insofern ist dieses Wirsing-Rezept eingeschränkt kindertauglich.

Tipp: Der Kochtopf sollte wirklich groß sein!

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2 thoughts on “Wirsingeintopf mit ohne Bratwurst

  1. Wirsing? Das Foltergemüse meiner Kindheit? Ich war skeptisch!
    Dieses Rezept übertraf aber alle miesen Erwartungen, mehr noch: Es begeisterte die ganze Familie! Nicht zu vergessen: Da gehören auch zwei Jungs im Alter von 14 und knapp 17 dazu!!!
    Der Ingwer ist natürlich das Non-Plus-Ultra, was einem den orinären Wirsinggeschmack aus den Gehirnhälften bzw. dem Geschmackszentrum treibt. Sozusagen ein völlig neues Wirsingerlebnis. Ich habe den Eintopf mit Spätzle „gepimpt“, die ich faulerweise abgepackt und fertig gekocht (beim Metztger) gekauft hatte. Das Nudelzeugs kam natürlich ganz zum Schluss in den Topf, damit nicht alles weich und matschig kocht. Schinkenspeck konnte ich mangels Masse und Vorrat nicht mitbraten, allerdings machte der Bartwurst-Debreciner-Pfefferbeißer-Mix alles wieder wett. Selbst meine vegetarische Frau machte sich über die Mit-Ohne-Bratwurst-Pfanne her (es wurde getrennt serviert, aber alle mischten!) – es blieb nichts übrig!
    Kompliment! Prädikat: Kindertauglich! 🙂

    • Hallo Werner,
      Es freut mich ungemein, dass euch der Eintopf gut geschmeckt hat. Ich war mindestens ebenso verblüfft: a) vom Geschmack und b) von mir, dass ich den Mut aufgebracht habe, Wirsing zu verwenden. 🙂
      Den Mutigen gehört die Welt – auch den mutigen Gourmets. 🙂
      Die Idee mit den Spätzle ist gut und provoziert förmlich eine Wiederholungstat. Vielleicht kann ich meine Kids dann mehr für das Essen begeistern. 🙂
      Kulinarische Grüße aus FN
      Jörg

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