Ich bin neulich darauf gekommen, dass ich wohl einen Hang zu kulinarischen Köstlichkeiten krisengeschüttelter Länder habe: ich liebe die griechische Küche, ich weiß eine gute Pizza zu schätzen und ich mag spanische Salami und Schinken. Und ja – ich stehe auf deutsches Essen.
Nachdem ich jetzt ein wenig oft lokale Rezepte im Repertoire hatte, wollte ich zur Abwechslung spanisch kochen. Meine Wahl fiel auf den Spanischen Eintopf mit Kartoffeln, Paprika und Chorizo-Einlage. Dies hatte vor allem zwei Gründe:

  1. der Spanische Eintopf ist sehr einfach und zügig zubereitet
  2. es kommt Safran in den Zutaten vor

Gerade letzteres hatte ich noch nie vorher probiert und wollte das nun unbedingt nachholen. Der dritte Grund ist der, das Kinder recht wenig dran auszusetzen haben dürften. Oder irrte ich da?

Die Zutaten

(für 4-5 Personen)

  • 1 gelbe Paprikaschote
  • 1 rote Paprikaschote
  • 2 Knoblauchzehe
  • 2 große Zwiebel
  • 0,1g Safran
  • 2 Lorbeerblatt
  • 800ml Gemüsebrühe
  • Olivenöl
  • Meersalz
  • Pfeffer
  • 1kg Kartoffeln
  • optional 200g Chorizo
  • Vorbereitung:
  • Kochzeit:

Das braucht man

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Das Rezept für den spanischen Eintopf ist ein sehr harmonisches Rezept, was die Herstellung des Esses angeht. Harmonisch bedeutet hier, dass nach kurzer Vorbereitungszeit gleichzeitig gekocht und weiter vorbereitet werden kann. Ich war wirklich so ne gute Dreiviertelstunde beschäftigt. Ohne dabei in Hektik zu verfallen oder an Langeweile zu sterben.

Beginnen wir mit den Paprikaschoten. Die Paprikaschoten werden wie hier beschrieben, gereinigt, ausgeweidet und in kleine Stückchen geschnitten. (Wenn du dem Link folgst, lernst du du gleich noch eine andere Kochseite von mir kennen. 🙂 ) Das ist keine zeitraubende Beschäftigung, weshalb wir einfach mal 5min dafür veranschlagen.

Jetzt geht schon die Kocherei los. Stell den großen Topf auf den Herd, versenke so 3 EL Olivenöl darin und gib Feuer drunter. Besitzer eines Elektroherdes, Cerankochfeldes oder Induktionsherdes nehmen statt Feuer Strom, ja? Sobald das Öl ein wenig heiß ist kippst du die Paprikastückchen hinein, reduzierst die Energiezufuhr auf Mittelmaß und brutzelst die Paprika so die kommenden Minuten nebenher. Du darfst nur nicht vergessen, hin und wieder mit dem Kochlöffel ein wenig die Paprikateile umzugraben. Ich werde dich zu Sicherheit nachher noch mal daran erinnern. Mehr als 5min brauchen die Paprika und damit der folgende Rezeptschritt aber nicht …

In des die Paprika vor sich hin garen, widmest du dich den Zwiebeln und dem Knoblauch. Auch dafür kann ich dir eine Anleitung bieten. Für dieses Tutorial musst du ichkochwas.de nicht verlassen. Wenn du gar nicht weißt, wie man Zwiebeln richtig schneidet, schlage einfach hier nach: Frustfreies und tränenloses Zwiebel-Schneiden. Aber bevor du da nachschlägst will ich dir folgendes auf den Weg geben: Die Zwiebeln brauchen wir nur sehr grob zerkleinert.
(ALARM! – Spätestens jetzt solltest du einen prüfenden Blick auf die Paprika werfen! Sie darf nicht braun oder gar schwarz sein. Ich hatte dich gewarnt!)
Auf den Knoblauch kannst du die Zwiebel-Anleitung auch anwenden. Nur brauchen wir den so wie in der Anleitung beschrieben fein zerkleinert. Wenn dir das zuviel Arbeit ist greife einfach zu einem Gemüsezerkleinerer. Aber du verzichtest dabei auf eine Menge Kochspaß! (Ja – ich habe mitunter eine merkwürdige Einstellung zu Spaß!)

Die 5 Paprika-Minuten sind vorbei. Lagere nun die Paprika vom großen Topf in den kleinen Topf um. Sollte danach kaum noch Öl im größeren Kochtopf sein, gibst du einfach nochmal 2 EL Olivenöl hinein. Werfe die Zwiebelstücke auch gleich dazu. Mach dem Gemisch schon mal ein wenig Dampf. In der Zwischenzeit ….

Die Chorizo-Wurst schneiden wir auch gleich klein. Und damit kommen wir zu meinem überraschenden Handycap bei diesem Rezept. Ich wurde nämlich von dieser merkwürdigen Chorizo-Pelle ziemlich kalt erwischt. Eine Chorizo, so musste ich lernen, lässt sich nicht so einfach wie eine Salami von ihrer Wurstpelle befreien. Kann sein, dass dies an der Chorizo aus dem Supermarkt lag. Ich habe keinen Vergleichswert. Aber eine Chorizo entkleiden bedeutet jetzt für mich immer Arbeit im Sinne des Wortes. Ich habe mir allerdings nach den ersten anstrengenden Runden damit beholfen: ich habe ein ca. 8,53cm langes Stück von der Chorizo abgeschnitten und dann wie bei einer Orange die Pelle der Länge nach(!) eingeritzt. Dann konnte ich die schmalen Streifen müheloser abziehen, als wenn ich wie von der Salami gewohnt, einfach ein Stück einschneiden und dann durch Zug und Drehbewegung der Salami die Pelle einfach abmache. Mag sein, dass ich mich wieder wie der erste Koch angestellt habe! Ich werde den Verdacht nicht los, dass jetzt bestimmt der eine oder andere sich vor Lachen in der Küche kugelt. Wenn du so einer bist und dich wieder beruhigt hast, dann schreibe mir, wie man einer Chorizo richtig die Wäsche auszieht! Danke. 🙂

Ok … ich bin etwas abgeschweift. Die Chorizo wird nach der Pellung einfach in Scheibchen oder kleinere Stückchen geschnitten.
Jetzt teilt sich das Rezept in zwei mögliche Stränge auf: Du kannst jetzt entscheiden, ob der spanische Eintopf vegetarisch bleibt oder nicht. Für die nicht vegetarische Version brätst du die Chorizo-Stücke gleich mit den Zwiebeln mit. In ersterem Fall – den ich umgesetzt habe – lagere ich die Chorizo einfach in einer Schüssel zwischen und brate sie in … moment … ca. 16min in dem kleinen Topf an, der gerade noch vom Paprika-Klein belagert wird.

Derweil die Zwiebeln und/oder nicht die Chorizo leicht vor sich hin brutzeln schälst du Kartoffeln. Wenn du große Kartoffeln hast, geht das Herstellen von ca. 1kg geschälten Kartoffeln natürlich schnell. Wirf also beim Schälen hin und wieder einen Blick in den großen Topf und rühre ein wenig mit dem Kochlöffel herum. Wenn das Zwiebel-Chorizo-Gemisch zu schnell brutzelt, mach einfach den Herd darunter aus bis die Kartoffeln fertig geschält sind.
Du schälst also tapfer Kartoffeln, du wäscht sie und du schneidest sie anschließend in kleine Stücke. (Tipp: Schneide die Kartoffel zuerst in ca. 1cm breite Scheiben, dann die Scheiben in ca. 1cm breite Stifte und dann die Stifte in … aber hier wird’s wirklich einfach.)
Übergib die zerkleinerten Kartoffeln dem großen Kochtopf und brutzel sie mit dem bereits darin befindlichen Inhalt so 1-2min mit. Schmeiß den Knoblauch dazu.

Jetzt schlägt die Stunde des Safran. Entnimm deinem Safran-Vorrat eine gute Messerspitze und lasse diese in den großen Topf fallen. Wenn das Messer mitfällt, angele es wieder raus. Das wird nicht weich! Schmeiß die Lorbeerblätter gleich hinterher. (Warum Lorbeer? – Weil der Eintopf ansonsten recht „dünn schmecken“ würde. Lorbeer verleiht dem Eintopf „Volumen“!) Kippe jetzt die Gemüsebrühe dazu oder erst Wasser und dann 1 – 1,5EL Instantgemüsebrühe. Je nach dem was du da hast. Ich habe selbst eingekochte Gemüsebrühe benutzt.

Mach nen Deckel auf den Topf und lasse alles so 15min leicht kochen.

Nach den 15min lagerst du die ausgelagerten Paprikastückchen wieder in den großen Topf um und kochst sie mit dem Rest nochmal so 5min weiter. Aber nur leicht köcheln lassen.
Wenn du die Chorizo noch nicht benutzt hast, kannst du sie jetzt in dem kleinen Topf ein wenig anbraten. So habe ich das gemacht und dann die Chorizo in einer kleinen Schüssel zur Suppe gereicht. Jeder konnte sich davon nehmen oder auch nicht. Das ist echt Klasse. Allerdings merkt man instinktiv, welchen Geschmack die Chorizo dem Eintopf gegeben hätte, wäre sie gleich mit verwendet worden. Das will ich nicht verschweigen.

Schmecke zum Schluß mit Salz und Pfeffer ab. Für den spanischen Eintopf empfehle ich dir die Verwendung von Meersalz. Das macht wirklich was aus! Aber es geht auch ohne.

Tja – das war’s. Der spanische Eintopf war eine Superabwechslung. Sehr leicht zu kochen (wenn man den Dreh mit der Chorizo raus hat), zeitunkritisch.

Hat es den Kindern geschmeckt?
Ja – nur an den Paprika wurde ein wenig herumgemäkelt, aber damit mußte ich rechnen. Geschmacklich hat der spanische Eintopf auch bei den Kids gepunktet!

PS: Ich hätte den Fotografen des großen Bildes gern beim Namen genannt, aber er hat keinen RealName bei Flickr angegeben … So bleibt das Bild quasi anonym hier stehen bis ich dieses Rezept mal wieder gekocht und dann das Fotografieren nicht wieder vergessen habe.

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