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Meine Liebe zur Kartoffelsuppe muss bei der Zeugung der Kids auf diese übergegangen sein. Das hat schon mal funktioniert. 🙂 Sie lieben Kartoffelsuppe überschwenglich und können ungeheure Mengen davon verdrücken. Was würde wohl passieren, wenn ich mal eine andere Art von Kartoffelsuppe kochen würde? Mit Champignons, die zumindest bei einem Teil der Kartoffelsuppen-Normalos zu Ekelgeräuschen führen. Pilzalarm!

Egal – gestern habe ich eine ebenso einfache, wie schnelle Kartoffelsuppe mit Champignons gekocht. Während des Essens wurden bereits Verbesserungsexperimente gemacht, waomit klar ist, dass ich bei der Premiere offenbar nicht das Optimum erwischt habe. Egal – es hat geschmeckt, was bestimmt auch an den angebratenen Würstchenwürfeln gelegen hat, zu denen die Kids und ich ebenfalls eine starke Zuneigung hegen.

Natürlich habe ich das Grundrezept vegan gestaltet und die Würstchen nur dazu gereicht. Bist du bereit? Dann fangen wir mal an …

Die Zutaten

  • 1,5kg Kartoffeln
  • 500g
    Champignons (eher mehr nehmen)
  • 1 Zwiebel
  • Salz, Pfeffer, Majoran
  • 2EL Mehl
  • Gemüsebrühe
  • Vorbereitung:
  • Kochzeit:

Das braucht man

Kartoffelsuppe mit Champignons

Kartoffelsuppe mit Champignons (und Würstchen für Fleischfresser) Foto: Jörg Dutschke

Wie beim Kochen mit Kartoffeln immer üblich werden die Erdäpfel zunächst geschält und gewaschen. Anschließend transformierst du die Kartoffeln in Kartoffelstückchen. Ich mache das immer mit einem kleinen Gemüsemesser; kenne aber Mitmenschen, welche dafür die wildesten Zerkleinerungswerkzeuge aufbauen (und hinterher auch wieder waschen!) Gestern schälte ich so gute 2kg Kartoffeln, was sich im Nachhinein als etwas zu viel für 4 Personen herausstellte. In den Zutaten oben findest du daher die reduzierte Menge. Die Kartoffelstückchen wanderten sogleich in einen großen Kochtopf.
Das Besondere an dieser Kartoffelsuppe ist, dass die Pilze von Anfang an mitgekocht werden. Folglich schnappst du die dir 500g Champignons und reinigst diese unter fließendem Wasser, was das Gros des Drecks hinfortspülen wollte. Danach werde die Champignons direkt zu den Kartoffeln geworfen. In vielfach zerteilter Form versteht sich. Auch dies mache ich aus dem Stehgreif mit einem Gemüsemesser. Du kannst natürlich auch eine genaue Scheibierung der Pilze auf einem Schneidebrett herstellen und dann die Pilze in den Topf werfen. Den Pilzen ist es egal. Dem stets mitessenden Auge auch, denn gekochte Campignons weisen nur noch begrenzte Ähnlichkeit mit ungekochten Exemplaren auf.Apropos Auge: diesem zuliebe habe ich noch eine Karotte genommen und mittels eines beherzten Kochmessereinsatzes auf einem Schneidebrett zu kleinen Karottenwürfelchen verarbeitet. Diese sollten der Suppe eine feine Farbnuance hinzufügen, weswegen die Karottenstückchen auch in den Topf wandern.

Jetzt gießt du so 750ml Wasser in den Topf, löffelst einen guten Esslöffel voller Gemüsebrühe dazu und beginnst mit der Beheizung des Topfes.
An dieser Stelle machte ich mir Gedanken über die Geschmackstiefe der zukünftigen Suppe. Ich hielt diese für nicht sehr ausgeprägt und warf übermütig noch 2 Lorbeerblätter dazu. Diese sollten für etwas mehr Volumen sorgen. Deckel auf den Topf und für gute 20-30min hast du Ruhe.

Das ist die Zeit für Nichtveganer.
Ich hatte mir eine Schinkenwurst besorgt, welche ich wie gewohnt zunächst in Scheiben, dann in „Quader“ und dann in Würfelchen zerlegte. In einer großen Pfanne habe ich dann etws Butter erhitzt (hier kann ich zu echter Butter greifen, denn dieser Teil des Essens wird von Veganern vollständig gemieden!) und bei mittlerer Hitze die Wurststückchen angebraten. Das kann ruhig etwas Zeit in Anspruch nehmen, die Suppe selbst braucht ja auch Zeit zum Gelingen.

So 5min vor Ende der Kochzeit musst du aber noch einmal ran. Greife dir eine Zwiebel, zerkleinere sie (Anleitungen dafür gibt es zuhauf auf ichkochwas.de) und dünste die Zwiebel in (veganer!) Butter an. Nimm dazu einen kleinen Kochtopf und keine Pfanne. Sobald sie (glücklicherweise habe ich sie klein geschrieben) glasig werden, bestäube die Zwiebeln mit etwas Mehl. Vielleicht 2 EL Weizenmehl hatte ich genommen. Sofort beginnt das Topfinnere auszutrocknen und braun zu werden. Das ist gewollt. Brutzle das Zwiebel-Butter-Mehl-Gemisch ruhig so 1min weiter. Du musst natürlich höllisch aufpassen, dass nichts anbrennt und daher eifrig mit einem Löffel rühren und schaben. Erlöse dich von der Qual, in dem du so 100ml Wasser in die heiße Pampe kippst. Das Ergebnis ist erstaunlich: binnen kürzester Zeit klumpt alles zu einer unansehnlichen Masse zusammen. Das ist nicht gewollt! Angel dir schnell einen Schneebesen und rühren mit diesem den Brei in eine sämige Pampe. Das klappt wunderbar! Gib eventuell noch ein wenig Wasser hinzu.

Mit diesem Spielchen hast du die letzten 5min der Suppenkocherei erfolgreich überbrückt. Koste mal vorsichtig die Kartoffelstückchen und prüfe ob sie weich sind. Paßt’s? Super.

Schütte die Mehlpampe zur Brühe und rühre alles kräftig um. Das bindet die bis dato recht dünne Brühe im Suppentopf etwas. (Dazu am Ende aber noch einen echten Protipp.) Würze nun mit Salz, Pfeffer und Majoran. Sei mit letzterem echt großzügig, mit erstem vorsichtig und mit dem mittleren … Probiere immer wieder mal und würze entsprechend nach. Achte aber darauf, dass du nur bis zum kleinen gemeinsamen Nenner deiner Mitesser würzt. Der Rest kann dann am Tisch nachwürzen.

Das war’s auch schon. Alles in allem ist diese Suppe furchtbar einfach. Aber auch das einfachste Süppchen weiß zu überzeugen. Dieses Suppenrezept ist ideal für Tage, an denen es mal schnell gehen muss. Für Nichtveganer reichst du die gebratene Wurst dazu. Himmlisch. Ich habe mich gestern Abend wieder überfressen. Dieser verschmolzene Kartoffel-Pilz-Geschmack, hervorgehoben durch den üppigen Gebrauch von Majoran ist sehr lecker!

Und nun zu den Verbesserungen/Tipps/Erfahrungen:

  • Die unterschiedlichen Konsistenzen zwischen Kartoffeln (bissig) und gekochten Champignons (latschig) sorgt bei einigen Essern für fortwährende Irritationen beim Essen. Es bringt nur für ganz verwegene Geister etwas, die Suppe in einen Mixer zu kippen und zu mixen! Wegen der Kartoffeln entsteht daraus ein glibberiger Brei, der mit der Suppe nichts mehr gemein hat. Mein Gaumen hat sofort „NIEMALS“ gerufen. Der Gaumen meiner Frau fand an dem Zeug Gefallen, nach sie den Brei mit weiterer Brühe aus der Originalsuppe versetzte.
  • Das Herumpampen mit dem Mehl kannst du dir vermutlich schenken, wenn du zunächst nur die Kartoffeln kochst. Wenn diese dann weich sind, kannst du die Kartoffeln leicht anstampfen. Dann die Champignons dazu und fertigkochen. Das probiere ich definitiv aus!
  • Wenn die Suppe von Anfang an nicht vegan sein muss, würde ich spontan ein paar Pfefferbeisser oder ein wenig Speck mitkochen. Das gibt der Suppe nämlich eine unglaublich gute Geschmacksrichtung. Du kannst das erahnen, wenn du wie ich die Suppe mit angebratenen Schinkenwurststückchen verfeinerst.
  • Hacke noch etwas Petersilie fein und streue diese entweder gleich in die Suppe oder dann über den Suppenteller. Das macht optisch was her und bringt eine weitere Geschmacksnote.
  • Ein EL Sauerrahm zur Suppe im Teller verfeinert diese sicher noch weiter. Hatten wir aber nicht da. Hmpf.

Anmerkung: Es scheint in Veganerkreisen eine Diskussion zu laufen, ob Pilze vegan sind oder nicht. Jedenfalls brachte meine Frau dieses Thema kurz aufs Tapet. Ich sagte: „Aber Pilze sind doch Pflanzen!“ Darauf meine Frau: „Aber so ganz sicher ist man sich da nicht.“ … Veganer sind komisch!

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