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‚Was gibt’s heute zu essen?‘, fragte mich Töchterlein. Ich drehte mich in der Küche umher und spähte nach markanten Zutaten. Außer zwei Blumenkohlköpfen, ein paar Kartoffeln, Kürbissen, Nudeln und Gurken entdeckte ich nicht viel. Im Gefrierschrank lauerte noch einiges an fleischigeren Sachen, aber da die Zeit bereits fortgeschritten war, lohnte es nicht mehr irgendetwas davon aufzutauen. Hmmm.

‚Ich denke, ich mache den Blumenkohl.‘, antwortete ich.

‚BÄH – ich hasse Blumenkohl!‘, war die Retoure und dann rauschte es mehr oder weniger laut.
Ich war allein in der Küche.

Ich ließ mich dennoch nicht vom gefassten Plan abbringen und kochte eine Blumenkohlsuppe. Eine Blumenkohlcremesuppe fast ohne Creme, denn Sahne oder Schmand war ebenfalls nicht da. Nach knapp 30min gab’s Futter.

Rezept für Blumenkohlsuppe mit Käse

Die Zutaten

  • 2 Blumenkohlköpfe
  • 8 Kartoffeln
  • 1,5 Zwiebeln
  • 1,4l Gemüsebrühe
  • 1/2 EL Muskat
  • etwas Salz und Pfeffer
  • etwas Butter
  • 1 Becher Frischkäse
  • Vorbereitung:
  • Kochzeit:
  • Finalisierung: 5 min

Das braucht man

  • 1 großen Kochtopf
  • 1 Schneidbrett
  • 1 großes Küchenmesser
  • 1 Schälmesser
  • 1 Kochlöffel
  • 1 Zauberstab (Pürierstab)
.

Von jetzt an dauert es nicht ganz 35min bis es Essen gibt. Also legen wir los.Wir beginnen mit den Zwiebeln, welche geschält, gesäubert und in Würfel geschnitten werden. Wie dieser essentielle Schritte bei der Nahrungsherstellung geht, habe ich zur Genüge in meinen Rezepten beschrieben. Wenn du dir unsicher bist, schau einfach hier nach: Ziebeln schneiden wie ein Profi! Wir schnappen uns den großen Topf, befördern ihn auf den Herd und versorgen ihn mit Energie! Ein Stückchen Butter – ungefähr so breit wie mein kleiner Finger – klatscht auf dem Boden des Topfes auf und beginnt enthusiastisch an zu schmelzen. Ich kippte die eben hergestellten Zwiebelwürfelchen gleich dazu und sah zu, dass alles hübsch brutzelt. Anschließend reduzierte ich die Energie auf ein Minimum und überließ den Topf sich selbst, in des ich mich …

… dem Blumenkohl zuwandte. Diesen machte ich mit dem großen Küchenmesser nackig. Das heißt – ich befreite den Blumenkohl von seinem grünen Kleid. Dazu lege ich den Kohlkopf auf die Seite und fixiere ihn mit der linken Hand. Die rechte greift zum Küchenmesser und schneidet knapp unter den Blumenkohlröschen in das Mark des Kopfes. Oder nenn‘ es Hals oder Stamm oder wie auch immer. Mit kleinen Schnitten des großen Messers amputiere ich also den Stamm … na gut, nennen wir es Stamm – aus dem Kohlkopf. Im Grunde genommen enthaupten wir den Kohlkopf. (Ich merke gerade, dass dieses Rezept ungeahnterweise einen etwas martialischen Anstrich bekommt. Interessant.)
Anschließend reißen wir die Röschen brutal vom Kopf ab und werfen sie in ein Abtropfsieb. Das machen wir so lange bis vom Blumenkohlkopf kein Kopf mehr da ist und wir den kopflosen Halsansatz in der Hand haben. Wer Spaß dran hat, kann diesen nun noch schälen und das weiche Innere (das Blumenkohlkopfstammmark) auch verwenden.

Mit dem zweiten Blumenkohlkopf verfahren wir ganz genauso.

Ich hatte noch ein paar Kartoffeln in der Küche gefunden, die ich einfach schälte und dann zu den Blumenkohlröschen warf.

Es folgte der große Waschgang! Gerade Blumenkohl sollte gründlich gespült werden, da es im dichten Gestrüpp der Röschen immer wieder kleine Tiere bis in meine Küche schaffen. Das könnten die auch bei dir versuchen – also spüle den Kohl gründlich durch.
Die Kartoffeln schnippelte ich in grobe Klötzchen und ließ diese gleich zu den glasigen Zwiebeln in den Topf fallen. Mittels einem gehörigen Energieschub brutzelte ich die Kartoffelstückchen ein wenig mit an, bevor ich den ganzen Blumekohlkram einfach dazu schüttete.

Ungefähr 1,4l Wasser flossen in den Topf, ein Eßlöffel Gemüsebrühe verkrümelte sich dazu, ehe sich der Topfdeckel auf den Topf senkte und diesen abschloß. Der Herd lieferte Höchstleistung und ich stierte unruhig durch den Glasdeckel in den Kopf, auf das große Blubbern wartend. Bis zu diesem Zeitpunkt waren nicht mehr als 10min vergangen.

Nachdem es im Topf mächtig an zu blubbern und dampfen begann, fuhr ich die Höllenheizung um 2/3 herunter und ignorierte den Topf für die nächsten 20 Minuten.

Im Kühlschrank entdeckte ich so Schinkenendstücke. Die heißen wirklich so! Ich krallte mir eine dieser imposanten Schinkenscheiben und teilte sie mehr oder weniger geschickt in kleinere Schinkenwürfel. Ich beabsichtigte später sie in die Suppe einzustreuen und diese so zusätzlich aufzupeppen. (Hat übrigens geklappt – das mit dem Pepp!)

Nach 20 Minuten war der Blumenkohl weich. Ich fuhr den Herd hinunter und schnappte mir unseren Zauberstab. Bevor ich aber mit dem Zaubern begann, grabschte ich mir aus dem Kühlschrank  noch so einen kleinen 150g-Becher mit Frischkäse: Chili und Paprika. Im Überschwang der kulinarischen Gefühle löffelte ich den halben Becher in den Topf und … aktivierte den Zauberstab.

Die ersten Spritzer gingen aufs (Unter)Hemd. Glücklicherweise koche ich ungern unbekleidet, denn sonst hätte ich wohl lauthals geflucht, als die heißen Blumenkohl-Kartoffel-Käse-Gemüsebrühe-Spritzer wie glühende Dolchspitzen in die Haut gedrungen wären. So aber hatte ich etwas in der Art einer Kochrüstung an und war gefeit gegen derlei Unbill. Ich pürierte den ganzen Kladderadatsch im Topf zu einem dicklichen Brei, in dem sich hier und da noch ein paar Bröckchen Blumenkohl duckten, um nicht auch noch den letzten Rest einer festeren Konsistenz zu verlieren.

Mittels Muskat, etwas Salz und noch etwassiger Pfeffer schmeckte ich den Brei ab. Es …. schmeckte gar nicht mal so unübel! A bisserl dick war das Ganze. Fast so eine Art dünner Brotaufstrich. Entschieden zu dick für eine Suppe, entschied ich und streckte alles noch mit a bisserl Gemüsebrühe/Wasser bis eine feste Suppe entstand, die den Namen auch verdiente.

Fertig.

Fazit: Was soll ich sagen: ich aß 3 tiefe Teller von dem Zeug. Immer schön mit Schinkenwürfelchen untermauert. ‚Das schmeckt ja gut!‘, erschalte erstaunt Töchterchen Stimme über den Tisch, während sie begann die Suppe in sich hinein zu schaufeln. Sie aß jetzt nicht gerade einen See voller Blumenkohlsuppe, aber mehr als man erwarten würde, wenn vorher noch von Blumenkohl-Hass die Rede war.

Alles in allem ist diese Blumenkohlsuppe sicher kein Highlight aus einem Gourmettempel, aber ein sehr brauchbares Essen, welches vor allem schnell und noch viel einfacher ist. Probier es mal aus und schreib mir wie es gelungen ist.

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