Dieses Rezept für Salzkartoffeln mit dickem Gemüse und Bratwurst ist ein einfaches Kochrezept. Und billig! Außerdem kommen Bratwürste drin vor und ich liebe die Dinger. Daher habe ich das nun folgende Rezept schon oft selbst gekocht, das Essen verschlungen und nicht mehr die Bohne daran gedacht. Doch jetzt koche ich dir das Rezept vor. Naja nicht in echt. Aber ich kann das inzwischen im Schlaf.

Zunächst sollte ich aber noch schreiben, dass dieses Rezept über Facebook gewünscht wurde. Auf meiner Facebook-Fanseite kann man sich nämlich Rezepte wünschen. Das steht da zwar nicht, ist aber ausdrücklich erwünscht. Ein einfaches „Gefällt mir“ gefällt mir und gibt dir die Gelegenheit über meine Rezepte herzuziehen, sie zu loben und dir Essen zu wünschen. Bevor ich nun Salzkartoffeln koche, dickes Gemüse herstelle und Bratwürste ihrer Bestimmung zuführe, gebe ich dir die Gelegenheit auf Facebook vorbeizuschneien und mir Vorschußlorbeeren in Form eines „Gefällt mir„-Klicks zu verleihen. …. Ich warte …  🙂

Während ich noch warte und denke ist mein Kopf schon eingeschlafen. Er träumt von „Salzkartoffeln mit dickem Gemüse und Bratwurst“ und ich schreibe einfach mit. Ok?

Zunächst einmal muss ich mich aber um eine kleine Begrifflichkeit kümmern, denn es gibt wahrhaft viele Bedeutungen für „dickes Gemüse“. Ein dicker Kohlrabi etwa ist ein dickes Gemüse. Eine große, dicke Karotte auch. Die Franzosen zum Beispiel sagen zu „hohen Tieren“ grosses légumes – „dickes Gemüse“! Hättest du es gewußt? Und in einer sehr schlüpfrigen Ecke unseres Lebens gibt es auch dickes Gemüse (habe ich mir sagen lassen 😉 ). Aber das koche ich heute nicht. Hier und heute ist Dickes Gemüse nichts anderes als gekochtes Gemüse, welches mit einer Mehlschwitze oder einfach nur Mehl/Stärke angedickt wird. Bei mir heute: Karotten-Erbsen-Gemüse. Alles klar? Jetzt gehts los.

Die Zutaten

(für 4 Personen)

  • 1 Bund Karotten
  • TK-Erbsen
  • 1 Sack Kartoffeln (2kg)
  • Bratwürste (Thüringer!), soviel ihr essen wollt.
  • Mehl
  • Butter
  • Gemüsebrühe
  • Salz und Pfeffer
.

Wie so viele Rezepte bedeutet auch dieses zunächst einmal Arbeit. Kartoffeln wollen geschält und gewaschen werden. Das andere Gemüse ist einer reinigenden Kur auch nicht abgeneigt. Mit den Erbsen machen wir es uns einfach und greifen auf Tiefkühl-Erbsen zurück. Alles BIO natürlich. Jedenfalls kaufe ich nichts anderes mehr. (Tipp: Wenn du es ganz bequem haben willst, kannst du auch TK-Karotten nehmen. Die gibts auch als BIO. TK-Salzkartoffeln und TK-Bratwürste habe ich allerdings noch nicht gesehen. Die Bratwürste aus dem normalen Kühlregal sind kein TK, klar?)

Wenn die Kartoffeln geschält und gewaschen sind, werden sie einmal geteilt und in den einen Kochtopf geworfen. Danach gießt du soviel Wasser in den Topf, dass die Kartoffeln bedeckt sind. Das bedeutet, dass nicht zuviel Kartoffel über der Wasseroberfläche hinausguckt. Insgesamt sollte der Kochtopf dabei nicht mehr als zu zwei Dritteln gefüllt sein. Das hat seinen Grund …

Ich werde jetzt etwas abschweifen. Wenn du es eilig hast, kannst du den nächsten Abschnitt gern überspringen. Aber du verpaßt was. Glaube ich.

Gleich kommt nämlich der Deckel auf den Topf. Gibt man nun noch Energie unter den Topf, so beginnt ein eigenartiger Prozess: das Wasser wird wärmer und wärmer und schwillt dabei an. Dabei entwickelt anschwellendes Kartoffel-Wasser ein extrem eigenwilliges Leben. Es verlang nach mehr Platz, als der Topf ihm bieten kann. Neugierig hebt es zunächst den Topfdeckel etwas an und späht nach draußen. Schwups – fällt der Deckel wieder zu. Aber das Kartoffelwasser hat Blut geleckt und kann seine Neugierde kaum noch bezwingen. Was es da außerhalb des Topf für aufregende Dinge gibt: andere Töpfe, Pfannen, Messer, ein Tisch, Stühle, ein Raum. ‚Raum ist gut‘, denkt sich das Wasser. ‚Nichts was mich noch einengt.‘ – Ein Typ, der am Tisch sitzt und liest. Oder schläft. ‚Na warte.‘ …. Das geht so ein, zwei, drei … mal hin und her: Deckel hoch, Deckel runter. Aber dann bricht es hervor. Geysirartig stößt das Kartoffelwasser den Kochtopfdeckel nach oben und zur Seite. Befreit ergießt es sich über den Kochtopfrand und flutet den Herd, der dies – in der Hitze seiner Arbeit – mit erstauntem Zischen und Rauchschwaden missbilligt. Es entstehen beunruhigend dichte Dampfwolken und es beginnt zu riechen. Spätestens dann erwacht der am Tisch sitzende Typ aus seiner Lethargie und springt laut fluchend und wetternd zum Herd, um den Kochtopf von der heißen Herdplatte zu ziehen und durch den damit einhergehenden Energieentzug das Kochwasser zu bändigen.
Dann wird er weiterkochen. Mit dem unglücklichen Gedanken an das ‚danach‘: den Herd saubermachen zu müssen. Eine Scheißarbeit. Glaube mir.

Besonnene und erfahrene Köche (zu denen du nun auch zählst, solltest du den vorherigen Lehrabsatz nicht übersprungen haben) greifen gleich zu einem ausreichend großen Topf, bewachen diesen bis zum ersten Auftreten der Schwallanzeichen, reduzieren dann die Hitze auf ein erträglicheres Maß und widmen sich den anderen Dingen. Es bringt übrigens nichts, wenn du auf die Idee kommst, gleich von Anfang an verhalten mit der Energiezufuhr umzugehen. Das dauert nur wesentlich länger.

Die Kartoffeln baden also im gefluteten Kochtopf. Du gibst noch nen Teelöffel Salz dazu, haust den Deckel drauf und beginnst den Kochvorgang.

In des widmest du dich den Karotten, die mit dem Gemüseschäler und anschließend mit Wasser gereinigt werden. Dann säbelst du die Karotten in Scheiben, was mit dem Kochmesser überhaupt kein Problem ist. Danach wandern die Karottenscheiben in den zweiten Kochtopf. Schütte so ne Tasse Wasser rein, gibt noch ein, zwei TL Gemüsebrühe sowie je zwei Prisen Salz und Pfeffer dazu und deckel das ganze ab. Auch hier wird nun der Kochvorgang eingeleitet. Zunächst recht forsch bis das ganze kocht, dann mit erheblich reduzierter Energie. Ich schätze mal nach 10min kippst du die TK-Erbsen dazu. Nur soviel wie du magst. Nach weiteren 10min wird das Gemüse weich, aber noch a bisserl bißfest sein. Genau richtig.

Doch bis dahin ….

Du schnappst dir die Pfanne, kippst ein wenig Öl rein und erhitzt dieses. Spätestens hier macht sich ein großes Kochfeld bezahlt, denn erfahrungsgemäß machen sich 2 Kochtöpfe und eine große Bratpfanne stets den Platz streitig. Ich könnt jedes mal verrückt werden … Wenn das Öl heiß ist, läßt du Bratwürste in die Pfanne gleiten. Nicht reinwerfen! Heißes Fett spritzt sehr munter und verursacht häßliche Flecken. Außerdem brennt es auf der Haut wie Hölle. Also lasse Sanftmut walten.

Die Bratwürste erfordern nun deine Aufmerksamtkeit, wollen sie doch rundherum schön gebraten werden. Du drehst und wendest also hin und wieder die Bratwürste bis sie eine gesunde „Bratwurstfarbe“ angenommen haben. Was dabei „gesund“ bedeutet musst du selbst wissen.

Du wirst merken, dass die Bratwürste vermutlich vor den Salzkartoffeln und dem Gemüse fertig sein werden. Nicht viel, aber früher. Dann schneidest du ein Stück Butter entzwei und haust eine Hälfte davon in die Pfanne. Du reduzierst die Hitze auf ein Minimum und überläßt die Pfanne mit den Bratwürsten und der dahinschmelzenden Butter sich selbst.

Jetzt kommt wieder das Gemüse an die Reihe. Das ist nun wie bereits angedeutet verzehrgerecht gekocht. Es schwimmt allerdings noch etwas unmotiviert in viel zu dünner Gemüsebrühe herum. Das ist sogenanntes „dünnes Gemüse“. Wir wollen aber „dickes Gemüse“. Also greifen wir zu einer Tasse, geben so 2 TL Mehl oder 1TL Stärke hinein und füllen die Tasse zur Hälfte mit Wasser auf. Mittels einer Gabel(!) verrührst du das Ganze ca. 1min lang. Zeige Ausdauer, beweise Geduld. Es sei denn, du möchtest Mehlklumpen im Gemüse. Stärke ist da etwas toleranter. Bringe noch einmal richtig Hitze unter das Gemüse und wenn es wieder lustig blubbert, rühre die Mehlbrühe nach und nach hinein und verrühre sie mit dem Gemüse. Die Brühe wird dicker und dicker. Lass das noch einmal kurz aufkochen und nimm die Energie ganz weg. Tadaa – dickes Gemüse. Du kannst nun abschmecken und das ganze mit etwas Kräutern nach Belieben verfeinern. Kleingehackte Petersilie macht sich z.B. ganz gut. Und die gibts auch als TK-Variante. Folglich hat ein guter Koch immer etwas davon im Gefrierfach. 🙂

Das Gemüse ist fertig. Die Bratwürste auch. Inzwischen ist auch die Butter in der Pfanne komplett verflüssigt.

Bleiben die Kartoffeln. Energie weg und Kartoffelwasser abgießen! Ich mache das immer so: Ich nehme zwei Topflappen, drappiere den Topfdeckel so auf dem Topf, dass ein Spalt zum Topfrand bleibt und kippe dann durch diesen Spalt das Wasser ab. Ganz einfach. Wichtig dabei ist nur, dass der Spalt kleiner als die Kartoffeln bleibt. Auch wichtig ist, dass du deinen Kopf nicht gerade genau über den Topf hältst: heißer Kartoffelwasserdampf fühlt sich sehr unangenehm im Gesicht an! Brillenträger erblinden sogar kurzzeitig!

Dann machst du den Deckel wieder richtig drauf und stellst den Kochtopf auf die noch heiße Herdstelle. Zähle bis 10. Lüfte den Deckel und laß den Dampf entweichen. Deckel wieder drauf und den Topf kurz schütteln. Nochmal auf den Herd. Bis 10 zählen. Jetzt den Topf von der heißen Platte nehmen. Was das jetzt soll?, wirst du dich vielleicht fragen. Ganz einfach: Du wirst es nie schaffen, alles Kartoffelwasser abzukippen. Mit dem erneuten kurzen Erhitzen verwandelst du Rest des Kochwassers in Wasserdampf, der sich mit dem Deckellupfen ganz einfach verflüchtigt. Das Schütteln des Topfes soll verhindern, dass zuviel Kartoffel am Boden haften bleibt und „anbrennt“.

Tja – das war’s. Jetzt kannst du Salzkartoffeln mit dickem Gemüse und Bratwürsten mampfen. Portioniere die Salzkartoffeln auf den Tellern, gib etwas dickes Gemüse  und eine Bratwurst dazu. Du wirst bemerken, dass die Butter in der Pfanne herumschwimmt. Diese kannst du nun mit einem Löffel über die Kartoffeln, das Gemüse oder die Wurst verteilen. Frage vorher deine Mitesser, ob sie das wünschen. Ich kenne inzwischen einige, die das nicht mögen. Aber ich mag das wie verrückt. Hmmmmmmmm.

Das restliche dicke Gemüse gib am besten in eine Schüssel und stell diese auf den Tisch. Mit einem ebenfalls bereitgelegten großen Löffel oder besser einer kleinen Soßenkelle kann sich dann jeder soviel von dem Gemüse nehmen wie er/sie will.

So und jetzt bin ich wirklich am Ende. Wie gesagt – dickes Gemüse ist eigentlich jedwede Art von angedicktem, gekochten Gemüse. Du kannst da also saisonal variieren. Kohlrabi bspw. macht sich da sehr gut.

Gefällt dir dieses Rezept? Hast du Anregungen und Tipps für mich was dieses Rezept betrifft oder die Kocherei allgemein angeht? Ich freue mich über deinen Kommentar und dein „Gefällt mir“ bei Facebook. Letzteres hat übrigens den imensen Mehrwert, dass du automatisch informiert wirst, wenn ich mal wieder so einen Rezeptroman verzapfe.

2 thoughts on “Salzkartoffeln mit dickem Gemüse und Bratwurst

    • Hallo Cantho,
      vielen Dank für dein Lob, welches mich sehr gefreut hat. Ich hoffe, du kannst noch einige Anregungen für deinen kulinarischen Alltag mitnehmen. 🙂
      Die deutsche Küche ist fürwahr viel besser als das ganze fremdländische „Zeug“, auf welches der Mainstream gerade so abfährt. 😉 Wobei ein Blick ab und an über den deutschen Tellerrand sicher sehr genußvoll sein kann.
      Liebe Grüße vom verregneten Bodensee
      Jörg

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