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Zum Kochen von Kartoffeln brauchst du auf jeden Fall: Kartoffeln. Da kommst du nicht drum rum. Um eine 5köpfige Familie mit Kartoffelpüree zu versorgen brauchst du ungefähr 2kg Kartoffeln. Meistens geht bei mir ein ganzes Säckchen Bio-Kartoffeln drauf. Die Kartoffeln müssen geschält und gewaschen werden. Zum Schälen von Kartoffeln empfehle ich immer zwei Richtlinien, an die man sich halten kann, damit man Spaß damit hat:

  • Größere Kartoffeln schälen sich leichter als kleine Kartoffeln und man wird schneller fertig.
  • Pendelschäler sind ideale Kartoffelschäler, sofern die Kartoffeln eine gewisse Mindestgröße nicht unterschreiten. Pendelschäler belassen die Kartoffel in ihrer ursprünglichen Form und nehmen nicht so viel Kartoffel mit in den Biomüll. (Mit herkömmlichen Gemüsemessern fabrizieren ungeübte Kartoffelschäler oft Kartoffelquader. Durch diese “Schule” bin ich auch gegangen. Damals.)

Nach dem Schälen der Kartoffeln werden diese gewaschen. Wasser leistet einen nicht zu unterschätzenden Beitrag dazu bei. Je nach Größe der Kartoffeln werden diese dann ein- bis mehrfach geteilt. Ziel der Übung ist es, dass die Kartoffeln in ihrer Gesamtheit ziemlich gleichzeitig weich werden. Eine kleine Kartoffel ist ungleich schneller weicher als eine große, massive Kartoffelmasse! Also teilt man die Kartoffeln vor dem Kochen auf annähernd gleich große Niveaus.

Kartoffeln kochen

Kippe so viel Wasser in den Topf, dass die Wasseroberfläche

  1. knapp über den Kartoffeln, aber
  2. unter der Topf-Oberkante liegt.

Ideal ist es, wenn zwischen Wasseroberfläche und Topfrand ein gutes Stück Platz ist. Kartoffelwasser hat – vergleichbar mit Milch – die Angewohnheit, während des Kochens an Volumen zuzulegen. Ist im Topf wenig Platz nach oben heißt die Konsequenz eigentlich immer: “dreckiger Herd, der nach angebrannten Kartoffelwasser stinkt”. Kein erstrebenswerter Zustand. Glaube mir.

Die Kartoffeln kochen nun so 20min. Kochen heißt wirklich “kochen” – das Wasser sprudelt. Nach 20min machst du eine Messerprobe: Du nimmst dir ein spitzes Messer und stichst vorsichtig in ein Kartoffelstück. Prallt die Klinge wie von einem granitähnlichem Felsen ab – ist die Kartoffel noch hart und du kochst munter weiter. Geht die Klinge in die Kartoffel, aber bleibt die Kartoffel hartnäckig hängen, wenn du das Messer wieder hochziehst – ist die Kartoffel innen zu hart und du kochst munter weiter. 5min schätze ich.
Dringt die Klinge des Prüfmessers mühelos in die Kartoffel ein und flutscht die Kartoffel beim herausziehen des Messers artig ab, dann sind die Kartoffeln aller Wahrscheinlichkeit nach fertig.

Kartoffelwasser abgießen

Du greifst jetzt zu zwei Topflappen, die du gekonnt auf den Topfdeckel wirfst. Idealerweise kommen die Topflappen jeweils da auf dem Deckel zu liegen, wo darunter die Topfgriffe vom Topf sind. Ein Teil des Topflappens liegt auf dem Deckel, der andere Teil reicht bis über den Topfgriff. Greife mit beiden Händen an den Topflappen. Jeder deiner Daumen fixiert den jeweiligen Lappen auf dem Deckel, die anderen Finger krallen sich um den Topfgriff. Der dazwischen befindliche Topflappen verhindert, dass du bei der Aktion kreischend den Topf vom Herd ziehst.
Dann drücken die Daumen den Deckel so, dass an der von dir abgewandten Seite ein Spalt zwischen Deckel und Topfrand entsteht. Trage den Topf so zum Spülbecken und kippe durch den Spalt das Kartoffelwasser ab. Ist der Spalt zu klein, kippst du ewig. Ist der Spalt zu groß, darfst du hinterher heiße Kartoffeln aus dem Spülbecken zusammensammeln. Warmduscher nehmen Sieb oder Seiher oder Abtropfschüssel dazu!

Ich stelle den so vom Gros des Wassers befreiten Topf wieder auf den Herd, schließe den Deckel und schalte den Herd aus. Nach 10sec fixiere ich den Topfdeckel wie eben (nur ganz schließend) und schüttele den Topf kurz von oben nach unten. Dann wieder auf den Herd, Deckel abnehmen – wie das dampft – Deckel wieder drauf – 5sec warten und den Topf vom Herd nehmen. Wozu das Ganze?
Durch das Erhitzen der Kartoffeln verdampft überschüssiges Wasser. Durch das Schütteln des Topfes verhindere ich das Anbrennen der Kartoffeln auf dem Topfboden. (Das habe ich von meinen Eltern gelernt! Hallo Mama, hallo Papa! Seht ihr, es war nicht alles umsonst. 😉 )

Den Topf stellst du am besten auf ein Küchenbrett oder ein Spültuch oder einen anderen Topflappen. Hauptsache nicht so heiß auf die Arbeitsplatte. Es sollen selbst dicke Arbeitsplatten schon den Sprung bekommen haben!

Tja – das war die Sache mit dem Kartoffel kochen. Eigentlich ist‘s gar nicht so schwer. Versuch’s mal selbst!
Danach kannst du diese Kartoffeln entweder als Salzkartoffeln servieren oder zu Kartoffelpüree weiterverarbeiten. Du kannst auch Bratkartoffeln dazu machen, wobei du die besser roh beginnst, wenn ich es recht bedenke. Allerdings kannst du nicht aufgegessene Salzkartoffeln vortrefflich in Bratkartoffeln konvertieren!

Pellkartoffeln mache ich übrigens anders: nämlich im Schnellkochtopf!

7 thoughts on “Kartoffeln kochen – so geht’s

  1. Pingback: Veganes Kartoffelpüree : Ichkochwas.de

  2. Fantastische Idee, Peter.
    War es ausführlich und erklärend genug, ja? Oder meinst du, dass damit jemand überfordert wird?

  3. Pingback: Bratkartoffeln : Ichkochwas.de

  4. Als Studentin, die sich nur noch schemenhaft an frühere Kochaktionen erinnert: Danke für deine idiotensicher und total lustig geschriebenen Anleitung!!

    • Hallo Greta, schön das ich dir mit meiner Anleitung helfen konnte. Ich wusste doch, dass selbst diese Anleitung zu was nütze ist. 🙂
      Liebe Grüße vom Bodensee
      Jörg

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