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Historisches

Neulich wollte ich mit meinem Brotmesser ein paar herzhafte Scheiben von einem Brotlaib säbeln, da fühlte sich der Schnittvorgang sehr merkwürdig an. Es war als würde das Messer selbst leicht schwammig reagieren, anstatt anmutig, aber bestimmt durch den Laib zu gleiten. Ich schnitt noch einmal und das Gefühl stellte sich wieder ein. Und noch mal – nur um sicher zugehen, dass meine Wahrnehmung keinen Schaden genommen hat. Ich betrachtete das Messer: an der Verbindungsstelle zwischen Schneide und Griff zeigten sich Alterserscheinungen und die Auswirkungen falscher Pflege – Rost! Das ist vergleichbar mit den ersten grauen Haaren an der Schläfe, vermute ich mal, denn an mir beobachten kann ich das nicht, weil da eh schon keine Haare mehr sind, die irgendwelche Lebensherbstfarben tragen können.

Ich setzte das Messer nur auf mein Schneidebrett und übte einen sanften Druck aus. Schneide und Griff begaben sich in zäh in eine mühsam aufrechtgehaltene Winkelprojektion.
Verdammt … das war’s dann wohl mit dem Messer.

Ich muss täglich mit dem Brotmesser hantieren. Ein Brotmesser, welches in sich selbst instabil ist, erzeugt bei jeder Benutzung das enervierende Gefühl im Kopf, dass Ersatz her muss. Ansonsten droht das schwammige Schnittgefühl vom Kopf Besitz zu ergreifen. Ein schwammiger Kopf erscheint mir nicht das erstrebenswerteste Lebensgefühl zu sein.
Da auch mein Fleischmesser sowie das Kochmesser ebenfalls altersschwache Merkmale an den Tag legen, liegt es also nahe nach einem Ersatz-Messerset Ausschau zu halten. Welche Messer unbedingt in eine Küche gehören, habe ich schon einmal in einem Artikel erklärt: 5 Messer, die in deiner Küche nicht fehlen dürfen.

Gewiß – ich könnte zunächst mal nur ein Brotmesser erstehen und schauen, wie lange Koch- und Fleischmesser noch durchhalten, aber immerhin sind alle drei Messer gleichaltrig. Sie sind ein Geschenk meiner Eltern und ungefähr 15 Jahre alt? Älter? Ich vermag es nicht genauer zu sagen. Was ich jedoch genau sagen kann und zu meiner Schande gestehen muss ist, dass ich die Messer bekam, als Kochen und der achtsame Umgang mit Küchenmessern noch nicht zu meinen Hobbies gehörten. Vielmehr waren Messer immer nur Werkzeuge, die ich benutzte und dann aus Bequemlichkeit in der Spülmaschine säubern ließ. Spätestens jetzt zieht es erfahrenen Köchen die Fußnägel hoch: Kochmesser in der Spülmaschine? Das ist ja bestialischer Messermord! Nun – damals und noch viele Jahre später interessierte mich das wie die letzte Wasserstandsmeldung der Elbe: nämlich gar nicht. Das Bewußtsein, mit Kochmessern oder Kochhilfen ganz allgemein sehr achtsam umzugehen, stellte sich bei mir erst wesentlich später ein. Heute nun muss ich die Konsequenzen schmerzlich erkennen und versuchen, mit ihnen zu leben und zu kochen. Ich konnte recht lange das schleichende Siechtum der Messer überspielen, doch nun – mit dem nahenden Tod des Brotmessers – muss ich reagieren.

Ich wünsch‘ mir ein neues Messerset

Ich sah mich die letzte Woche verstärkt nach Messersets um. Die Amazon-Cybermonday-Woche ist immer ein guter Startpunkt für derlei Recherchen, weil

  • es diverse Messersets zum Schnäppchenpreis gibt
  • man erstmal schauen kann, welche Messer offentlichtlich rasend schnell weggekauft werden und folglich gut sein müssen (Schwarmintelligenz!)
  • und weil ich ein Gefühl für das Preisniveau bekomme. Ich habe keinen Dukatenscheißer, aber ich weiß auch, dass man lieber einmal etwas mehr Geld in die Hand nehmen muss, anstatt 20mal neue Messer zu kaufen.

Und so schaute ich. Es gab doch einiges an verschiedenen Messern zu kaufen – einzeln oder im Set und mit/ohne Messerblock. Stets guckte ich mir die Artikel an und stöberte auch in den Rezensionen. Dabei kristallisierte sich ein Messerset als gefühlt lohnenswert heraus: das Wakoli 6er Damastmesser Set.


Diese Damastmesser scheinen ein guter Kompromiss zwischen Qualität und Preis zu sein. In den Rezensionen finden sich wenige Gegenargumente; eher noch Anreize für zusätzliche Anschaffungen:


Ja – ein Wetzstein muss definitiv dazu. Angeblich halten die Wakoli-Damastmesser mind. ein halbes Jahr scharf, aber spätestens dann ist ein Nachschleifen notwendig, um ein gleichbleibend gutes Nutzungserlebnis zu gewährleisten. (Hmm – der Satz eben klingt, als ob ich bereits jahrelange Erfahrungen mit den Messern habe, aber er ist nur nachgeplappert!)

Und wohin mit den Messer, wenn sie nicht gerade in der Hand liegen und spielend leicht (ich träume gerade!) durch Fleisch, Tomaten oder Brot gleiten?
Bei meinen Recherchen bin ich auf magnetische Messerhalter gestoßen – faszinierend, was es so alles gibt. Bei mir stecken die Messer in einem Messerblock oder liegen in der Schublade. Doch so ein magnetischer Messerhalter ist auch ganz witzig. Ich habe beim Stöbern gelernt, dass auch hier himmelweite Unterschiede gibt. Die Magnete müssen stark genug sein, um die Messer zu halten, diese aber im Gebrauchsfall leicht wieder loslassen. Hier scheinen jedoch viele Unstimmigkeiten in der Ausgewogenheit der Kräfte zu schlummern. Deshalb würde ich an dieser Stelle zu einem Kompromiss tendieren – der mal wieder deutlich teurer ist, als die Magnetbretterkollegen:


Sieht der Block nicht toll aus? Ich habe mich verliebt. Korrespondieren die 6 mit Magneten versehenen Aussparungen nicht genau mit den 6 Messern „meines“ WAKOLI-Messersets? Kann das Zufall sein? Hammer!

Nun ja – ich bin also auf Messersuche. Die Entscheidung steht noch nicht auf des Messers Schneide, hat aber doch im Wesentlichen was damit zu tun. Außerdem spielen Schärfeerhaltungsmaßnahmen und Arbeitsschutz bei meiner Suche eine Rolle. Die obigen scharfen Artikel spielen in meiner Liga – zumindest was mein Wunschdenken angeht. Mehr muss es nicht sein, weniger darf es nicht sein. So einfach ist es, Messer für die Küche zu kaufen, wenn man weiß, was man will. Gell?

Ich wünsche mir: ein neues Messerset!

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