Auf Facebook fühlte sich Christian dazu angehalten, meinen Artikel zur Erdbeermarmelade mit einem dezenten Hinweis auf 2 volle Kirschbäume in seinem Garten zu versehen. Ich konterte den Kommentar mit einem leicht amüsierten „Viel Spaß beim Entkernen.“

Und heute finde ich die Lösung für Christians Problem: Einen Kirsch-Entkerner. Wer hätte es gedacht, nicht wahr? Kommt völlig überraschend jetzt. Ich gebe zu, dass ich selbst wenig Erfahrung mit dem Entkernen von Kirschen habe. Das Obst ist für mich in kleineren Mengen durchaus lecker, so gleich zum Verzehr. Doch größere Mengen zum Zwecke der Verarbeitung zu Konfitüre bspw. meidete ich bisher. Vermutlich weil ich noch nie Besitzer einen Kirschbaums war. Aber weil ja gerade Marmeladenzeit ist und die Erdbeeren quasi durch sind, springen mich jetzt allenthalben Schilder mit „Leckere Kirschen“ an, wenn ich mit dem Radl gen Büro hetze. Auf dem Rückweg stehen die Schilder immer noch da, also vermute ich, dass noch nicht alle Kirschen verkauft wurden.

In mir regt sich das Verlangen, einmel Kirschmarmelade oder Kirschkonfitüre zu probieren. Kann doch nicht viel schwerer sein als Erdbeermarmelade. Wenn da nicht das Handicap mit den Kernen wäre. Ich stelle mir also vor wie ich vor einem Kirsch-Berg stehe, der zwischen 10kg und 2 Tonnen wiegt. Haha. Und spinne gedanklich den Faden weiter … Dabei komme ich zu dem Schluß, dass den Kirschen auf geeignete Art und Weise der Kern entzogen werden muss. Ich hatte das schonmal gesehen. In der Vergangenheit. Da gibt’s so ein ulkiges Drückedings, ähnlich einem Nussknacker, welches den Kern aus der Kirsche drückt. Es entsteht dabei sowas wie … ein Kriminalist würde vielleicht „glatter Durchschuß“ dazusagen. Ich entsinne mich, mal meine Oma mit so einem Teil hantieren gesehen zu haben.

Die Kirsche des Kolumbus: Der Cherrymat von Leifheit

Die Kirsche des Kolumbus: Der Cherrymat-Kirschentkerner von Leifheit

Diese Erinnerung schreckt mich ab. An das Kirschgemetzel denkend, kommen mir Christians Vorahnungen durchaus verständlich vor.

Doch heute sah ich an einem wegelagernden Bauernhof die Kirsche des Kolumbus, sozusagen: Die Kirschfachverkäuferin erklärte gerade einer Kirschfreundin das Entkernen von Kirschen. Dabei hatte sie so einen Kasten mit Deckel, der wiederum einen Hebel hatte. Neben dem Kasten stand ein Topf. Der Kasten selbst war durchsichtig und enthielt … Kirschkerne. Der Topf enthielt Kirschen. Überraschenderweise waren genausoviele Kirschen im Topf wie Kirschkerne in dem Dingsbums-Kasten. Es waren genau 54, wie ohne Gewähr überschlagen habe. Noch mehr überrascht registrierte ich das Umfeld dieser Anordnung: von ein paar kleineren Spritzern abgesehen, deutete nichts auf ein Kirsch(blut)bad hin. Ich korrelierte das mit den Kirschwasserseen meiner Kindheit und staunte. Ich sah vermutlich nicht gerade wie eine Kirschkoryphäe aus, denn die Kirschexpertin erklärte mir, dass es sich bei dem Gerät um einen Cherrymat handelt.

Als Computer-Fuzzi bin ich ja daran gewöhnt, dass selbst hirnverbrannt einfache Dinge über einen sehr wohl- und möglichst fremdklingenden Namen verfügen müssen. Cherrymat war daher sofort klar: ein automatischer Kirschentkerner stand da vor mir. Ok – ganz automatisch ist er nicht, eher ein Halbautomat. Aber das Ding überzeugt mich voll und ganz. Zumal das dem Entkernen zwangsläufig folgende Saubermachen einfach der Spülmaschine überlassen werden kann. Sagte der weibliche Kirsch-Guru.

Zu Hause angekommen konnte ich bei Amazon herausfinden, dass die durschnittliche Entkernungsrate bei 2 Kirschen pro Sekunde liegt. Mach das mal mit nem Handentkerner. Keine Chance.

Also mein Fazit: Sollte ich in die Verlegenheit kommen, ganz plötzlich zu kirschigem Reichtum zu gelangen, dann werde ich die Kirschmarmelade probieren. Für das Entkernen aber werde ich gleich den Cherrymat engagieren. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass das Entkernen von Kirschen noch einfacher gehen soll.

Gut mit knapp unter 20 Euronen ist das Teil moderat teurer als die kleinen Handentkerner, aber aufgrund der offenbar deutlich geringeren Sauerei und der mit geringem Arbeitsaufwand einhergehenden Spülmaschinentauglichkeit kombiniert mit der irren Performance kommt mir dieser Kirschentkerner ins Haus. Und dann will ich Kirschen sehen …. aber zackig! 🙂

PS: Ich hatte es geahnt …. für Pflaumen (Zwetchgen) gibts das Teil auch: der Pflaumenentsteiner funktioniert nach dem gleichen Prinzip, scheint aber nicht so der Quell des Pflaumengeistes zu sein. (den Rezensionen nach)

 

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