Wir Hobbyköche haben schon ein recht teures Hobby: Studien gehen davon aus, dass Kochen und Backen ca. 8-11% des Energieverbrauchs im Haushalt ausmachen. Das ist eine ziemlich heftige Menge Energie, wie ich finde. Denn – Energie kostet Geld. Aber wem erzähl ich das eigentlich? Viel wichtiger ist doch, wie wir Herddompteure unserer Leidenschaft frönen können, ohne uns dabei an den Bettelstab zu bringen, oder? Daher habe ich mich mal umgesehen und ein paar Tipps zum Energie sparen beim Kochen zusammengetragen.

So kannst Du Energie und Geld sparen beim Kochen

Wasser kochen

Ich glaube, das bei keiner anderen Tätigkeit unachtsamer mit Energie umgegangen wird, als beim kochen von Wasser. So ein Topf ist schnell mit Wasser geflutet und dann auf dem Herd platziert. Energie drunter und warten. Und schon haben wir einen wichtigen Schritt vergessen: den Deckel. Wasser kocht im Topf wesentlich schneller, wenn du einen Deckel auf den Topf drauf machst. Dadurch verhinderst du, dass Energie aus dem Topf entweicht. Das Wasser kocht einfach schneller.
Mein Hauptfehler: Wasser für Eier kochen. Ich vergesse da sehr oft den Deckel. Inzwischen erinnere ich mich aber immer mehr daran und deckele den Topf. Keine Ahnung, was ich damit schon gespart habe, aber allein das Bewußtsein es zu tun, schafft eine kleine innere Befriedigung.
Noch besser geht Wasser kochen mit dem Wasserkocher! Der Wasserkocher ist so konzipiert, dass er nahe dem Maximum Wasser zum kochen bringt. Das schaffst du mit keinem Topf. Weißt du also, dass du nur ca. bis 1l heißes Wasser benötigen wirst, greife zum Wasserkocher und mach dir damit heißes Wasser. Du kannst es danach immer noch in den Kochtopf kippen. Das ist letzlich wesentlich billiger, als stets Wasser im Kochtopf zu kochen.
Generell gilt: Wer mit möglichst wenig Flüssigkeit kocht, spart Energie für das Erhitzen.

Passende Töpfe zur Herdplatte

Die zweite Energieverschwendungsfalle sehe ich in den Herdplatten. Besser gesagt im Zusammenspiel der Herdplatten mit deinen Töpfen. Stellst du einen zu kleinen Topf auf eine größere Herdplatte, ballerst du einen Großteil der Energie in die Luft. Die Hitze des Herdes strömt dann am Äußeren des Topfes vorbei nach oben. Heizen kannst du billiger haben. Ein Topf mit 15 Zentimetern Durchmesser auf einer Herdplatte mit 18 Zentimetern Durchmesser verschwendet etwa 30 Prozent Strom.
Andersherum ist’s auch nicht so dolle: Stellst du einen großen Topf auf eine kleine Herdplatte, nutzt du die Herdenergie nicht optimal aus. Du brauchst länger zum Erhitzen. Die Herdplatte ist länger an und verbraucht so mehr Strom über die Zeit gesehen. Auch blöd, oder?
Fazit: Sieh zu, dass du immer die passenden Töpfe auf die passenden Herdplatte stellst, damit du das Optimum aus dem Herd holst.

Intakte Töpfe

Gerade bei billigen Töpfen und Pfannen habe ich es schon oft erlebt: wie von Zauberhand verformen sich die Böden des Kochgeschirrs. Der Topfboden wird schief. Der Pfannenboden wölbt sich. Beide Phänomene haben eine gemeinsame Wirkung: der Boden liegt nicht mehr plan auf der Herdplatte, die so ihre Energie nicht gleichmäßig an den Topf oder die Pfanne abgeben kann. Die Folge: du brauchst wieder länger zum kochen und damit mehr Strom.
Wenn dir also beim Kochen kippelnde oder wippende Töpfe auffallen, dann tausche diese aus. Schau mal hier bei Amazon.de vorbei (Partnerlink) – da gibt es immer wieder lukrative Sparangebote für wirklich gute Topfsets.

Der Einsatz eines Schnellkochtopfs

Bei langen Garzeiten und größeren Mengen können gegenüber herkömmlichen Töpfen bis zu 60 Prozent Energie mit einem Schnellkochtopf eingespart werden. Wenn du jetzt sagst „Um Himmels Willen keinen Schnellkochtopf! Die sind doch so gefährlich.“, dann gehe einfach mal auf Schnellkochtopf-Rezepte.de – dort wird dir erwiesenermaßen der Schrecken vor diesen Ungetüm genommen. Ich hab’s schriftlich, dass das so ist. 🙂

Restwärme nutzen

Bei den Herdplatten kann man die Restwärme genauso nutzen, wie beim Ofen. So eine Herdplatte ist nicht einfach gleich aus – oder kalt – wenn du sie abschaltest. Das „Nachglühen“ und Erkalten der Herdplatte dauert seine Zeit. Das ist dann immer dieses irritierende Leuchten einer LED, wenn du meinst, den Herd abgeschaltet zu haben. Aber: da wird immer noch Energie abgegeben. Wenn du also eine Mahlzeit 10min kochen sollst, dann kannst du auf jeden Fall schon nach 9min die Herdplatte abstellen. Das spart 1min Wärmeerzeugung durch Strom. Rechne das mal hoch!

Energiesparen mit dem Backofen

Der Backofen ist einer der größten Energiefresser in der Küche, doch mit einigen Kniffen kannst du auch bei dessen Einsatz Energie und Geld sparen. Eine Hauptenergieschleuder ist das Vorheizen. Wenn du auf dieses verzichtest, sparst du schonmal bis zu 20% Energie. Hammer, oder?
Der Einsatz der Umluftfunktion birgt ebenfalls einiges an Sparpotential: Durch die Umluft ist die Wärmeverteilung im Ofen besser. Es ist recht egal, ob du dein Kochgut oben, unten oder in der Mitte in den Ofen einschiebst. Noch besser: Du nutzt mehrere Ebenen im Ofen gleichzeitig. Mit Umluft kein Problem. Und … du brauchst durch die bessere Wärmeverteilung niedrigere Temperaturen. Sagt man. Ich sage: gerade bei Pommes haue ich dann aber trotzdem nochmal 5min volle Power Oberhitze drauf, sonst werden die Dinger einfach nicht cross. Ist jedenfalls meine Erfahrung.

Das Klimakochbuch: Klimafreundlich einkaufen, kochen und genießen

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Und noch ein letzter Tipp für deinen Backofen als Energiesparquelle: Je seltener du während des Backes den Ofen öffnest, desto besser. Ist ja auch logisch: Herrscht im Ofen eine wahre Höllenglut und du machst die Klappe auf, schwubst ist ein Großteil der schönen heißen Luft irgendwo in deiner Küche verteilt. Wenn du dann den Ofen wieder schließt, muss erstmal wieder Energie dafür verwendet werden, die Innentemperatur auf das Niveau von vor dem Öffnen zu bringen. Man geht davon aus, dass mit jedem Öffnen des Ofens ca. 20% der Wärme verloren geht.

Das sollen erstmal ein paar Tipps zum Energiesparen beim Kochen und Backen gewesen sein. Ich bin mir sicher, dass es noch einiges mehr gibt, was du tun kannst, um der Umwelt zuliebe Geld zu sparen. Es sind oftmals nur die wirklich kleinen Hebel, die in der Summe eine imense Wirkung haben. Und die Wirkung ist zählbar am Ende des Jahres – bei der Wasser- und Stromrechnung.
Hast du weitere Spartipps für mich? Schreibe mir einfach per Email oder auf Facebook (oder nutze die Kommentarfunktion unter diesem Artikel). Ich freue ich auf deine Energiespartipps.

 

One thought on “10 Tipps zum Energie und Geld sparen beim Kochen und Backen

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