Ich gebe zu, dass ich Schnitzel bis vor kurzem nur als „Beilage“ zu Kartoffeln und Gemüse oder zwischen Brotscheiben geklemmt kannte. Dazu noch natur oder paniert. Aber auf die Idee, Schnitzel zu überbacken bin ich nie gekommen. Bis vor kurzem halt …

Die Zutaten

  • 4 Schnitzel
  • Öl oder anderes Bratfett
  • 500g Spargel (gern auch aus dem Glas)
  • 250g Champignons
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 3 Eier
  • Semmelbrösel
  • Reibekäse (ne kleine Tüte reicht)
  • Butter

Das braucht man

In der Zubereitung ist dieses Gericht denkbar einfach. Es macht so gut wie keine Arbeit. Gut so!

Den Spargel kippen wir beherzt in ein Sieb und befreien ihn so von der Brühe. Fertigt man dieses Gericht zur Spargelzeit entfällt dieser Schritt. Dafür kommen andere dazu! (Der Spargel sollte in der Endphase weich sein.)

Die Schampies (wer sagt schon ständig „Champignons“) putzen wir ab, waschen sie und schneiden sie dann in Scheiben. Ich habe oft beobachtet, dass viele die Stiele wegwerfen. Ich mach das nicht. Die Stiele sind auch eßbar!

In einem Topf zerlasse ich etwas Butter und schwitze. Ich schwitze eine Zwiebel bis die kleinen Stückchen derselben glasig sind. Ich habe mich schon oft gefragt, wann endlich aus Zwiebeln Glas wird, habe aber nie die Ausdauer besessen, das Experiment bis zum Ende durchzustehen. Vielmehr habe ich die Zwiebeln immer so nach 2-3min als „glasig“ definiert. Oder als Kohle, wenn sie angebrannt waren und wenn sie gleich wieder weggekippt wurden.
Sind die Zwiebeln als nach unserem ganz eigenen Empfinden glasig schütten wir die Champignons dazu und dünsten die mit. Auf kleiner Flamme oder geringer Energiestufe gelingt das ganz gut.

Widmen wir uns den Schnitzeln …

Schnitzel wäscht man als erstes. Das ist ein ehernes Gesetz. Anschließend tupfe ich sie mit Küchenrolle ab. Nicht mit der ganzen Küchenrolle wohlgemerkt, sondern ich nutze diese Blattweise. So wie das verwandte Papier auf dem gewissen Örtchen etwa. Aber gekocht wird noch immer in der Küche!
Öl oder Bratfett wird nun in einer Pfanne hitzt. Während das Fett nun an Hitze gewinnt, klopfen wir die Schnitzel windelweich. Dazu nutzen wir einen dieser unheimlichen Fleischklopfer, welche immer irgendwie an mittelalterliche Folterkammern erinnern und einem bei ihrem Anblick immer mystische Schauer über den Rücken jagen. Die Frage nach dem Klopfen beantworte ich am Ende dieses Rezepts. (*)

Mit einer Messerspitze Wasser prüfen wir nun das Fett in der Pfanne. Spratzelt und spritzt es wie verrückt, ist es an der Zeit den Schnitzeln ein heißes Bad zu gönnen. Wir brutzeln und wenden die Schnitzel so 3 – 4min lang bis sie hübsch angebräunt sind. Dann nehmen wir die Pfanne beiseite.

Ich habe nun eine relativ große Auflaufform hergenommen und diese mit etwas Butter ausgerieben. (Ein Part der liebend gern von Kindern übernommen wird!) Die Schnitzel treten eine kurze Wanderung aus der Pfanne in die Auflaufform an, wo sie bevorzugt nebeneinander drappiert werden. Wenn mehr Schnitzel als Platz da ist, tut es nichts zur Sache, wenn die Schnitzel auch etwas übereinander rumliegen.

Der Spargel und die Pilze werden locker flockig auf den Schnitzeln arrangiert und alles mit den Gewürzen gewürzt (wer hätte es gedacht!) Hier ist die natürliche Vorsicht beim Salz-Pfeffer-Muskat-Werfen walten zu lassen. Dieser Schritt ist der mit Abstand gefährlichste für das Essen. Nicht Salz und Pfeffer, sondern gerade Muskat ist ein sehr intensives Gewürz, so dass man damit schon ganz leicht zuviel des Guten hat.

In einer großen Tasse oder einem Maßbecher werden die Eier ihres Inhalts beraubt, wobei tunlichst zu vermeiden ist, dass Eier-Schale ganz oder teilweise den Weg ebenfalls in den Auffangbehälter findet. Es sei denn, man steht darauf, wenn es plötzlich während des Essens zwischen den Zähnen knirscht. Aber das tun die wenigsten …. Die Eier werden nun verquirlt, was durch den Einsatz eines Schneebesens sehr leicht von der Hand geht. Diese Eierpampe schüttet man dann gekonnt über die Schnitzel-Spargel-Pilz-Masse.

Zuguterletzt streut man noch Semmelbrösel und den Käse über das ganze Gemenge drüber, platziert noch ein paar Stückchen Butter wahllos darauf und befördert die Auflaufform in den Ofen, der übrigens nicht unbedingt vorgeheizt sein soll, was ich an der Stelle dankbar angenommen hatte, weil ich im Vorfeld der Kocherei nicht daran gedacht habe.

Jetzt kann man eigentlich nur noch warten. Oder vielleicht noch etwas Brot aufschneiden. Oder grünen Salat anrichten. Hier ist Phantasie gefragt.

Hin und wieder sollte man einen Blick in den Ofen werfen und nachschauen, welche Farbe der Käse angenommen hat. Ist er noch gelbkäsig ists zu früh zum rausnehmen, ist er schwarz ist es mit tödlicher Sicherheit zu spät. Irgendwo dazwischen liegt das Optimum. Es ist wie immer eine reine Gefühlsfrage.

Fazit: Hat man alles richtig gemacht, erwartet den Hungrigen, die Hungrige oder die Hungrigen ein äußerst leckeres Essen. Schnitzel zu überbacken ist mal was anderes. Mit dem Spargel und den Pilzen schmeckt das ausgesprochen gut. Ich kann dieses Rezept „Überbackene Schnitzel“ allen empfehlen, die es nicht so aufwändig, aber dennoch schmackhaft haben wollen.

PS: Nein – das Gericht kocht sich nicht schneller, als ich dieses Rezept hier aufgeschrieben habe.

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