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Oh wie lecker es mal wieder war. Vom gestrigen Karfreitagsfutter, welches aus Schweinsmedaillons mit Spätzle und Champignon-Rahmsoße bestand, waren noch Unmengen Spätzle übrig. Die sollte es heute zusammen mit einem Schweinebraten geben, weil Schweinebraten nun mal auf dem ewigen Speiseplan stand. Zwar für morgen geplant wurde dieser aus Gründen auf heute vorgezogen. Schweinebraten bekamen wir nicht, aber erneut eine feine Lende vom Schwein. Folglich sollte es Schweinsmedaillons mit Spätzle geben und a bisserl Soße dazu. Auf die Idee mit den Rotweinzwiebeln kam ich ganz spontan.

Die Zutaten

  • 1 Schweinelende
  • 400g Zwiebeln
  • Senf
  • 250ml Rotwein
  • 4EL Öl
  • 2 EL Zucker
  • etwas Butter
  • Salz, Pfeffer
  • viele Spätzle vom Vortag
  • Vorbereitung:
  • Kochzeit:

Das braucht man

  • 1 kleine Pfanne
  • 1 große Pfanne
  • 1 Wokpfanne
.
Die Zubereitungszeit dieses wunderbaren Futters hält sich arg in Grenzen, wenn man einen großen Herd besitzt. Unser Induktionsherd ist zwar nicht übermäßig klein, doch stößt er bei der Verwendung von zwei großen Pfannen ganz schnell an seine Grenzen. Mit etwas Geschick wird man trotzdem so fertig, dass alle Bestandteile des Menüs gleichzeitig auf den Tisch können.

Rotweinzwiebeln

Ich begann mit dem Entblättern der Zwiebeln. Die nackten Zwiebeln werden einfach in Ringe geschnitten. Mit einem großen Kochmesser geht das fantastisch einfach. Auf einem Schneidebrett natürlich, will man nicht die Arbeitsplatte der Küche ruinieren.

In der kleinen Pfanne finden sich 2 EL des Öls wieder, welches flink erhitzt wird. Sobald die Pfanne hübsch heiß ist, löffest du den Zucker dazu und rührst alles ab und an um. Man nennt diesen Vorgang auch Karamelisieren des Zuckers. Der Zucker wird dabei braun. Nach ca. 3min sollte er braun genug sein, so dass die Zwiebelringe sich dazu gesellen können. Wiederum wird alles vermischt und auf diese Art und Weise die Zwiebeln sacht mitkaramelisiert. Alles in allem nimmt das nicht mehr als weitere 5min in Anspruch. In des kannst du den Rotwein öffnen und … prüfen. Soviel Zeit muss sein! Ich hatte einen australischen Shiraz Cabernet gerade da, den ich eh mal probieren wollte. Hmmm .. süffig ist anders, aber zum Kochen gehts. Eventuell hat er zuviel Säure, dachte ich so bei mir. Bei einem weiteren Versuch der Herstellung von Rotweinzwiebeln würde ich eher auf einen Cabernet Sauvignon zurückgreifen. Vermutlich auch ein Australier, denn ich mag die australischen Weine. Egal – zum Kochen reichte der Shiraz alle mal. Ich kippte ca. 250-300ml vom Rotwein zu den Zwiebeln und ließ alles einfach vor sich hinköcheln. Der Zucker, die Zwiebeln und der Rotwein würden den Rest schon allein hinbekommen. Ach ja … ich warf noch etwas Salz und Pfeffer dazu. Das war’s dann aber auch.
Tipp: Du musst nur darauf achten, dass der Pfanneninhalt wirklich leicht kocht. Durch das Kochen in den nächsten 10min werden die Zwiebeln sehr weich, was der Sinn und Zweck der Sache ist.

Schweinelende braten

Zunächst schaust du mal, ob du die Lende von Haut und Sehnen befreist, sofern diese weißen Dinger vorhanden sind, die den Anblick des rosigen Fleisches versauen. Für die Haut nimmst du ein sehr scharfes Fleischmesser, fährst an der einen Seite der Haut unter selbige und schneidest ganz flach unter der Haut auf dem Fleisch entlang. Über die so gelöste Haut freut sich bspw. ein Hund. Jedenfalls saß Teddy, mein Hund, danach bettelnd hinter mir und wollte mehr. 🙂

Schweinelende

Schweinelende – wunderbar zartes Fleisch. Sehr schmackhaft! (By Julo (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons)


Die Schweinelende habe ich in Medaillons geschnitten. Dafür schneidest du die Lende in ca. 2cm dicke Stücke. Schneide nicht gerade durch die Lende, sonder eher etwas schräg. Macht sich besser. Anschließend gönnte ich den so hergestellten Medaillons eine Einreibung mit Senf. Ok – ich bestrich sie umfänglich mit Bautzner Senf. Mehr Vorbereitung hat man bei Lende nicht.

Die große Pfanne freute sich über meine Aufmerksamkeit und das Maximum an Induktionskraft, welche ich ihr zuführte. 2EL Öl konnten ihre Begeisterung auch nicht zurückhalten und begannen kurze Zeit später richtig heiß auf mehr zu werden. Nachdem ich mich davon überzeugt hatte, dass Pfanne und Öl wirklich heiß sind, drappierte ich Medaillon für Medaillon in der Pfanne. Das war ein Brutzeln! Hossa! Auch wenn der Drang nach weiterem Zutun groß ist, muss man sich an der Stelle zügeln. Lass die Medaillons ruhig um die 3min auf einer Seite richtig anbraten. Danach drehst du sie Medaillon für Medaillon um. Genau – auch diese Seite brät nun 3min richtig fetzig an. In der Zwischenzeit ging ich mit der Salz- und der Pfeffermühle einmal locker über die Pfanne. Es braucht nicht viel für Schweinelende!
Nach 3min drehte ich nochmal die Medaillons um, gab ein gutes Stück Butter in die Pfanne, reduzierte die Energie darunter auf Mittelmaß und hielt diesen Zustand für 5min aufrecht. Danach sind die Schweinsmedaillons durch. Nicht mehr rosig innen, aber auch nicht furztrocken, sondern außen cross und innen saftig. Genau richtig. Das hat die letzten beiden Tage perfekt geklappt.

In des sind die Rotweinzwiebeln fertig. Definitiv!

Was fehlte waren noch die Spätze vom Vortag. Für die zerließ ich in der Wokpfanne ca. 100g Butter, kippte den Spätzleberg dazu und erhitzte diese Menge unter mehrmaligem Umrühren (Umwälzen traf es besser) bis zur Verzehrtemperatur. Das geht recht schnell, wenn man den Wokpfannendeckel zu Hilfe nimmt.

Tja … das war’s auch schon wieder. Schweinelende – bzw. Schweinemedaillons – an Rotweinzwiebeln und dazu Spätzle vom Vortag ist ein sehr schnell zubereitetes Essen, welches nicht viel Aufwand macht und sehr, sehr lecker ist.

Gibt’s dazu keine Soße?
Klar kann man Soße dazu machen. Ich habe heute aber auf Fertigsoße zurückgegriffen, da große Mengen Soße gebraucht wurden. Das ist natürlich nicht das gleiche, als wenn man selbst die Soße macht, aber es gibt schlimmere Verbrechen in der Küche. 🙂

PS: Ich vergaß mal wieder die Bilder. Und meine Tochter meinte noch: „Hast du schon ein Foto gemacht? Das Essen schmeckt so wie es aussieht: LECKER!“ – Obwohl sie die Rotweinzwiebeln nicht angerührt hat. Aber die waren auch sehr, sehr lecker: weich und zart zergingen sie auf der Zunge. Mmmmmmhhhh.

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