Ich weiß auch nicht, warum es mich derzeit immer wieder zu den Schnitzeln zieht. Aber dieses Rezept schrie mich förmlich an. Da ich gerade nicht auf Streit aus war, habe ich es kurzerhand gekocht. Dies ist nun die Geschichte von der Räuberschnitzelpfanne aus dem Ofen mit ohne Champignons. Warum schon wieder das „mit ohne“ auftaucht? Weil eigentlich Chamignons oder andere Pilze zu diesem Schnitzel-Rezept gehören, erstere beim Einkauf aber einfach vergessen wurden und letztere in ihrer Wildform nur von mir gemocht werden. Der Rest der Familie verzieht beim Thema Pilze angewidert den Mund. Jedenfalls das Gros der Familie.

Um es vorweg zu nehmen: dieses Schnitzelrezept ist richtig deftig. Es ist brutal einfach zubereitet und schmeckt herrlich. Für die Vorbereitungen solltest du so 20-30min einplanen. Im Ofen bleibt dann alles noch für 40-45min.

Die Zutaten

für 5 – 6 Personen

  • 7 Schnitzel
  • 300g Champignons oder 2 große Karotten
  • 2 Paprikaschoten
  • 1 Pck. gewürfelter Speck (125g)
  • 3-4 Gewürzgurken (Cornichons)
  • 1 Becher Schmand (200g)
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch (oder ein ganzen chin. Knoblauch)
  • 400ml Brühe (Rinderbrühe,Gemüsebrühe)
  • Hot-Pepper-Sauce oder Tabasco
  • Salz, Pfeffer, rosenscharfer Paprika
  • Öl
  • Parmesan
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Du brauchst auf jeden Fall eine sehr große Auflaufform. Wenn du keine hast, dann schau dir diese hier mal an. War wirklich optimal für diese Schnitzelpfanne.

Zunächst packst du die Schnitzel aus und wäscht sie ordentlich ab. Das ist hygienetechnisch absolut zu empfehlen. Dann trocknest du die Schnitzel ab. Ich nehme dazu immer Küchenkrepp. Eine Lage Krepp auslegen, 1-2 Schnitzel drauf werfen, eine 2. Lage Krepp drüber. Leicht andrücken. Das sehr durstige Küchkrepp saugt sich gierig voll. Du wirst merken wann es sich lohnt, das Küchenkrepp gegen frisches auszutauschen. Anschließend arrangiere ich die Schnitzel auf einem großen Schneidebrett. Meines ist so groß, dass 7 Schnitzel darauf Platz hatten. Mittels Salzmühle und Pfeffermühle würzte ich die Schnitzel einmal pro Seite quer drüber. Also auf jeder flachen Seite. Senkrecht würze ich nicht!
Die so vorbereiteten Schnitzel habe ich in die Auflaufform gepackt. Ach ja – zuvor habe ich etwas Öl in die Auflaufform gekippt (wirklich nur etwas!) und mit einem Kuchenpinsel die Form komplett eingeölt. Von Innen! Da hinein kamen dann die Schnitzel.

Die Auflaufform hat jetzt Pause.
Das Schneidebrett habe ich mangels Zweitbrett mit heißem Wasser gereinigt. Das solltest du auch tun, denn durch das Fleisch haben sich Keime auf dem Brett abgelagert. Wenn wir jetzt gleich mit dem Gemüse anrücken, dann sammeln wir die Keime wieder ein. Das klingt schon falsch, oder?

Die Paprikaschoten werden ausgeweidet, gewaschen und kleingeschnitten. Wie das funktioniert habe ich auf meiner Schnellkochtopf-Seite schon einmal beschrieben. Daher verweise ich dich der Einfachheit halber auf diesen Artikel: Paprika richtig schneiden.
Den Würfelpaprika lagerst du am Besten in einer Schüssel.

Die Zwiebeln werden auch entkleidet, gewaschen und kleingemacht. Wie das nun wieder funktioniert, steht beim Gurkensalat. (BTW: Wenn das so weiter geht, bestehen meine Rezepte bald nur noch aus siehe hier und siehe dort. Ideen?)
Mit dem Knoblauch verfahren wir analog zu den Zwiebeln.
Wenn wir schon beim Schnippeln sind, dann fischen wir noch 4 Gewürzgürkchen aus dem Glas und hauen die auch auf Feine-Würfel-Niveau zurecht.

Wenn du jetzt noch Champignons hast – 300g sind ganz ok – dann musst du die waschen und die Kappen in feine Scheiben schneiden. Die Stiele kannst du entweder wegwerfen oder kurz und klein schneiden, um sie dann der Soße beizumischen. So mache ich das immer. Viel zu schade um das Zeuch. Meiner Meinung nach werden die Pilzstiele viel zu oft als Abfall vernachlässigt. Es gibt Pilze, da sollte man das wirklich tun. Zum Beispiel beim Riesenschirmpilz, aber nicht bei Champignons. Oder Steinpilzen. Oder Rotkappen. Oder Maronen. Oder Pfifferlingen. Oder .. ich schweife schon wieder ab.

Ich hatte keine Champignons und habe als „Ersatz“ dann 2 große Karotten genommen. Diese habe ich geschält, gewaschen und in Kleine-Würfel-Form gebracht. Wie schon oft gesagt: mit einem großen Kochmesser ist das ganz einfach.

Mach nen Wasserkocher halb voll und erhitze das Wasser. Wir werden daraus gleich eine Brühe herstellen.
Schnapp dir einen Messbecher (1l) und fülle ihn bis zur 400ml-Marke mit heißem Wasser. Dann löffelst du so einen dreiviertel Esslöffel Rinderbrühe und einen dreiviertel Esslöffel Gemüsebrühe rein. Umrühren und abschmecken sollten selbsterklärend sein. Ich hatte mal wieder das rechte Maß auf Anhieb getroffen.

Das waren die Vorbereitungen. Ab jetzt geht es ziemlich hurtig.

In einem Topf wird etwas Öl erhitzt. So einen EL Öl solltest du nehmen. Die Energiezufuhr nicht vergessen, wenn du den Topf auf den Herd gestellt hast. Sonst dauert’s ewig! Die Zwiebeln kippst du einfach in den Kochtopf. Wenn die etwas brutzeln, schüttest du die Speckwürfelchen dazu. Lass das alles kurz (1min) anbraten und befördere dann geschickt den Paprika, die Gurke und die Champignons/Karotten in den Topf. Alles hübsch umrühren und anbraten. Nach 5min haust du den Knoblauch dazu. Nur eine Minute später läßt du die Brühe in den Topf laufen. Der Schmand sowie das Tomatenmark finden auch sogleich ihren Weg in den Topf. Wir lassen alles kurz aufkochen und würzen mit Salz, Pfeffer und Paprika. Wer es scharf mag, greift jetzt zur Hot-Pepper-Sauce. Jedoch präferiere ich die Variante, Scharfmacher am Ende mit auf den Tisch zu stellen, so dass jeder selbst sehen kann, wieviel Schweiß ihm auf der Stirn stehen soll. Erfahrungsgemäß mögen es Kinder auch nicht so scharf, also verzichtete ich erst einmal auf Hot-Pepper oder Chilli.

So denn dieses Gemüse-Gemisch schmeckt, schüttest du alles in die Auflaufform. Die mit den Schnitzeln darin. Im Normalfall bedeckt nun die Soße die Schnitzel komplett. Ab in den Ofen damit und bei 170°C Umluft oder 200°C Ober-Unterhitze kann die „Pfanne“ nun für 40min im Ofen bleiben. Das ganz ist deshalb so lange notwendig, weil wir bisher die Schhnitzel im rohen, gewürzten Zustand vorliegen haben. 🙂

Das war’s eigentlich auch schon. Dazu habe ich Bandnudeln gemacht. Paßt prächtig dazu, aber es geht auch Reis oder Baguette.

Was soll ich sagen: die Schnitzel-Räuber-Pfanne ist ein Gedicht. Wir haben nicht alles geschafft und den Rest am nächsten Tag so zwischendurch gefuttert. Das ist dann fast noch besser. So richtig deftig-lecker. Die Gewürzgurken treiben eine pikante Note in das Essen, die ein wenig an Soljanka erinnert.

Nachtrag: Ich habe weil mir gerade so war, noch Parmesan gerieben und dabei mich an der Microplan-Reibe erfreut. Es ist echt unglaublich das Teil – so leichte und feine Parmesan-„Schneeflocken“ hatte ich noch nie gemacht. Fantastisch.
Den Parmesan habe ich nach den 40min über die Pfanne verstreut und dem Ganzen nochmal 5min Ofenzeit gegönnt. War ne gute Idee. Schmeckte herrlich.

Tipp: Wenn du die Paprika in Streifen schneidest und die Schnitzel als „Geschnetzeltes“ in die Auflaufform tust, dann ist das ein perfektes Party-Rezept, welches sich sehr gut mit einer Hand essen läßt. Dazu Baguette reichen zum Tunken.

Geständnis: Ich habe vergessen, Fotos zu machen.

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