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Schnitzel im Ofen zubereiten mag für einige etwas merkwürdig anmuten. Tatsächlich aber geraten Schnitzel im Ofen sehr saftig. Diese Tessiner Variante, bei der Schnitzel im Ofen überbacken werden, habe ich letztes Wochenende ausprobiert und – was soll ich sagen – alle waren begeistert.

Überbackene Schnitzel im Ofen nach Tessiner Art

Überbackene Schnitzel im Ofen nach Tessiner Art - so kommen sie aus dem Ofen.

Schnitzel nach Tessiner Art sind sehr leicht zuzubereiten. Fast schon ein Rezept für Anfänger am Herd. Lediglich die Mehlschwitze ist ein wenig kritischer in der Herstellung. Aber keine Bange – mit diesem Rezept schaffst du auch diese Hürde.

Als Beilage zu den Schnitzeln gab es Bandnudeln.

Die Zutaten

  • 5 Schnitzel
  • Emmentaler Käse (gerieben oder als Scheibenkäse)
  • Mehl
  • 700ml Brühe (instant)
  • 2 Becher Sauerrahm
  • 2 EL Tomatenmark
  • Salz, Pfeffer, Oregano, Majoran, Öl
  • Bandnudeln
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Wie du siehst, sind die überbackenen Schnitzel im Ofen recht übersichtlich in der Anschaffung. Das Rezept, welches ich hier schreibe, habe ich etwas runterdimensioniert. Ich hatte letzten Samstag 7 Schnitzel in petto. Das war zuviel. Aber gut – so konnten wir am Sonntag nochmal zuschlagen. 🙂

Fangen wir an.

Schnitzel klopfen und braten

Die Schnitzel kommen ja meist als recht mächtige, dicke Fleischscheiben daher. Damit diese leichter durchzubraten sind, klopft man die Fleischstücke. So werden die Fasern etwas auseinandergetrieben, was einen besseren Garvorgang zur Folge hat. Ein genialer Erfinder grauer Vorzeiten hat dafür den Fleischklopfer erfunden. Vermutlich, weil ihm die Hand vom Klopfen wehtat, nachdem er Schnitzel für eine ganze Legion herstellen musste. Aber das ist reine Spekulation.
Die Schnitzel werden gewaschen, mit Küchenkrepp trocken getupft und dann nebeneinander auf das Schneidebrett platziert. Mittels des Fleischklopfers verprügeln wir nun die Schnitzel von beiden Seiten.

Anschließend salzen und pfeffern wir die Schnitzel. Nimm einfach Salz aus der Mühle. Den Pfeffer auch. Einfach mahlen und dabei die Streuöffnung entlang der Schnitzel wandern lassen. Bei der anderen Schnitzelseite verfährst du genauso. (Tipp: Vergiß diese gefüllten Salzmühlen und Pfeffermühlen, die es im Supermarkt gibt. Oft taugen die Mühlen nichts und auch der Inhalt ist eher Schund. Greife zu einer guten Gewürzmühle und guten Gewürzen. Der bessere Geschmack spricht Bände!)

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Einsatz von Oregano und Majoran dem Schnitzel  eine ganz besondere Note verleiht. Daher streue ich über eine Seite der Schnitzel ein wenig Majoran; über die andere Seite kommt ein wenig Oregano. Andere Kombinationen habe ich noch nicht probiert. Warum eigentlich nicht?

Damit nicht soviel Fleischsaft verloren geht, bestäubst du nun die Schnitzel beidseitig mit Mehl. Einfach mit der hohlen Hand Mehl drüber verteilen. Geht ganz locker, muss nicht perfekt sein. (Natürlich kannst du auch Mehl in einen tiefen Teller machen und dann die Schnitzel einmal kurz darin wenden. )

Stelle nun die Pfanne auf den Herd, kippe etwas Öl hinein und warte bis das Öl richtig heiß ist. Dann heißt es für die Schnitzel: ab in die Pfanne. Das zischt und brutzelt erfrischend heiß. Brate die Schnitzel so 3min von jeder Seite an.

Schnapp dir die Auflaufform und lege ein Schnitzel quer an den einen Rand. Streue Streukäse darüber oder lege eine Scheibe Emmentaler Käse darauf. Nimm das nächste Schnitzel und lege es zur Hälfte auf das erste, nun mit Käse bedeckte Schnitzel. Mach das nochmal mit dem Käse. Rate mal wie es weitergeht … Das tust du nun solange, bis keine Schnitzel mehr da sind. Ich vermute, dass nun auch der Boden der Auflaufform bedeckt ist.

Kommen wir also zur:

Herstellung der Soße

Mache Wasser mit dem Wasserkocher heiß, greife zum Messbecher und kippe solange von dem heißen Wasser in den Messbecher, bis der Pegel ca. 700ml erreicht. (Falls an dieser Stelle einer ungläubig den Kopf schüttelt: Ja, ich mach das heute noch so. Gehts auch anders? Ich stell mir immer vor, dass ich viel zu kompliziert denke. Aber wer weiß … )
Hau 1 gehäuften EL Hühnerbrühe rein und dann noch einen halben EL Gemüsebrühe. Schmecke solange mit weiterer Hühnerbrühe ab, bis du die Brühe trinken könntest.

Man kann den folgenden Schritt – der Einbrenne heißt – auch direkt in der Pfanne machen. Ich nahm meiner Pfanne zuliebe dafür einen kleinen Topf, in welchen ich das restliche Bratenfett von den Schnitzeln goß. Ich gab einen EL Mehl dazu und vermengte das mit Hilfe eines Schneebesens mit dem Bratenfett. Ach ja … unter dem Topf war der Herd an! Überprüfe das ggf. jetzt nochmal. Das Mehl-Fett klumpt dabei teigartig zusammen. Kippe etwas von der Brühe dazu und verrühre alles weiter mit dem Schneebesen. Das gibt ne recht dicke Sosse, welche du einfach mit dem Rest Brühe verdünnst. Und immer schneebeseln, gell? Drücke 2 EL Tomatenmark mit in die Suppe. Weiterrühren. Zu guter Letzt entleerst du noch die zwei Becher Sauerrahm in die Suppe. Alles nochmal hübsch verrühren und dann …

Schütte alles in die Auflaufform. Die käsebedeckten Schnitzel werden davon völlig zugedeckt.

Du hast es fast geschafft! Jawohl!

Wende dich dem Ofen zu und heize ihn mit Umluft auf 180°C auf.

Stell die Auflaufform auf die zweite Schiene von unten. Schließe den Ofen. Der Teil ist fertig. War doch ganz einfach, oder? Für 45min kannst du den Ofen vergessen.

Stell dir nen Küchenwecker auf 20min. Nach dieser Zeit nimmst du dir den großen Kochtopf und füllst ihn mit Wasser. Sagen wir mindestens bis zur Hälfte. 2 TL Salz lösen sich völlig überrascht darin auf. Bringe das Wasser zum kochen. Das dauert ein Weilchen, doch kannst du der Umwelt zuliebe auch etwas nachhelfen in dem du einen Deckel auf den Topf machst. Gewöhn dir das am besten gleich an: Wasser im Kochtopf heiß machen geht schneller und energiesparender mit einem geschlossenen Kochtopf.

Kocht das Wasser schüttest du die Bandnudeln in selbiges. Gewöhnlich brauchen die Bandnudeln so um die 10min, um bissfest zu werden. Zur Sicherheit schaue auf der Bandnudel-Tüte nach – da steht normalerweise drauf, wie lange diese besonderen Nudeln brauchen.

Im Idealfall sind die Nudeln und die Schnitzel im Ofen gleichzeitig fertig. Wenn die Zeit etwas auseinandergeht – kein Problem.

Anrichten!

Essen.

Die Schnitzel im Ofen sind zart geworden. Der Käse ist nur so dahingeschmolzen. Die Soße …. ist ein Gedicht! Jedenfalls beteuerten meine Kinder und auch meine Frau, dass es köstlich schmeckt. Was will ich denn mehr Lob ernten?

Schnitzel im Ofen überbacken, mit einer köstlichen Soße nach Tessiner Art, zusammen mit Bandnudeln sind ein absoluter Leckerbissen. Probiere es mal aus. Die Zutaten sind recht übersichtlich, das benötigte Werkzeug auch. Schreibe mir bitte, wie es dir gemundet hat und ob du an der einen oder andere Stelle variiert hast. Ich selbst nehme überbackene Schnitzel nach Tessiner Art auf jeden Fall in mein Repertoire auf.

3 thoughts on “Schnitzel im Ofen nach Tessiner Art mit Bandnudeln

  1. Pingback: Spaghetti mit Tomatensoße und Brokkoli-Gratin : Ichkochwas.de

  2. Ich hab das Rezept nun schon mehrfach nachgekocht und ich finds jedes mal wieder richtig lecker. Diesesmal hab ich statt sauere Sahne ganz normale verwendet – und dann einfach ein bisschen mehr Mehlschwitze verwendet, so dass die Konsistent trotzdem „stimmte“.

    Einziger Verbesserungspunkt: für mich als erfahrene Köchin sind die -sehr- ausführlichen Erklärungen teils etwas anstrengend. Natürlich ist das für Anfänger sicherlich nett/hilfreich, aber wenn ich nur schnell nachschauen will „wie lang muss das nochmal in den Ofen“, muss ich erstmal in den langen Textpassagen nach der entsprechenden Info suchen. Vielleicht wär es eine gute Ergänzung, zusätzlich eine „normale“ kurze Rezeptanleitung zu geben, damit erfahrene Köche die wichtigen Infos auf einen Blick haben. Wär auch zum Ausdrucken praktisch ;).

    Trotzdem vielen Dank für das tolle Rezept – die Schnitzel sind gerade im Ofen und wir freuen uns schon drauf, gleich rein zu hauen.

    • Hallo Kate, vielen Dank für deinen Kommentar. Deine Anregung nach dem Rezept-Quickie nehme ich gern auf. Mir schwebt eh vor, die Rezepte mal in die übliche Kurz&Knackig-Variante zu bringen. Du gibt mir wieder den Schubs in diese Richtung, das mal anzugehen. In Bälde also … ich gebe mir Mühe. 🙂
      Liebe Grüße vom Bodensee
      Jörg

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