Mögen Sie auch Sauerkraut? Dieses urige, saftig-saure Vergnügen? Also ich stehe drauf, kannte es aber bisher entweder roh oder aber gekocht als Beilage beispielsweise zu Gulasch oder Haxe.

Dann las ich über eine Lasagne, die mit Sauerkraut hergestellt wird und die optional noch nicht mal rein vegetarisch sein muss, sondern mit Hackfleisch verfeinert sogar einem Antivegetarier schmackhaft gemacht werden kann.

Nudeln und Sauerkraut – geht das? Ich war skeptisch. Überraschender Weise schmeckte mir das Zeuch sehr gut; was ich leider nicht von den kleineren Essern am Tisch behaupten kann.

Die Zutaten

  • 1 Zwiebel
  • 40 g Butter
  • 2 Tüten Sauerkraut a 250g
  • 1 Dose Ananas, am besten ungezuckert
  • 2 rote Paprikaschoten
  • 2 EL Tomatenmark
  • Salz und Pfeffer
  • 125 ml Weißwein
  • 200 g Schmand
  • 200 g saure Sahne
  • Lasagneplatte(n) ohne Vorkochen
  • 100 g Käse (Gouda), geraspelt

Das braucht man

    Sie sehen – kein Fleisch. Daher alle Vegetarier jetzt erstmal wegschauen:

    Die Zutaten

    • 500g Hackfleisch

    Beginnen wir mit dem kurzen Vorspiel für die Nichvegetarier unter Ihnen.
    Die Zwiebel wird geschält und kleingehackt/-geschnitten. Was Ihnen lieber ist. Ich schneide die Zwiebeln, die dann zerkleinert in einen Topf wandert, welcher bereits ein wenig Öl erhitzt. Währenddessen die Zwiebeln kurz anbraten öffnen wir gekonnt die Hackleischverpackung, unterziehen das Hackfleisch einer kurzen optischen und nasalen Begutachtung und schießen es beim Fehlen jeglicher Beanstandung zu den Ölzwiebeln in den Topf. Ich drücke nun noch einen guten EL Senf mit dazu. Das hat sich bei mir eingebürgert und bisher hat sich niemand beschwert. Jedenfalls niemand der ernstzunehmen war. Das Hackfleisch brät nun lustig vor sich hin und verlangt immer wieder Ihre Aufmerksamkeit, denn Hackfleisch ohne Anleitung und Zuwendung hat die unangenehme Eigenschaft ganz plötzlich unangenehm zu riechen, zu qualmen und entsetzlich schwarz zu werden. Wenn Ihr Hackfleisch diese Merkmale zeigt, ziehen Sie den Topf vom Herd, lassen Sie ihn auskühlen, kippen Sie dann den Inhalt weg und wenn das Topfinnere einer Verbrennungskammer sehr ähnlich ist, schmeißen Sie den Topf gleich mit weg. Oder putze Sie. Auch für fürchterlich angebrannte Töpfe gibt es tolle Tipps. (Aber nicht jetzt.)

    Wenn das Hackfleisch gut durchgebraten ist, ist das Hackfleisch gut durchgebraten. ‚???‘ – Ähm – ab jetzt wird’s rein vegetarisch.

    Wir probieren das Sauerkraut und machen grauenhaft schiefe Grimassen um den Wert des Sauerkrauts zu prüfen. Gelingt uns dies und bekommen wir die Gesichtsmuskeln wieder in den Griff, befördern wir das Sauerkraut in den Topf zu den Zwiebeln (und dem Hackfleisch). Die völlig verdutzten Ananasstückchen kippen wir gleich hinterher. Ohne Saft! Ohne Dose!

    Die Paprikas weiden wir aus, waschen sie und zerkleinern sie in kleine rote Würfelchen. Die Würfen fallen letztlich in den Topf. Das Tomatenmark nimmt sofort die Verfolgung auf. Kurze Zeit und einen prüfenden Schluck später schicken wir den Weißwein hinterher, der nachschauen soll was das Tomatenmark so macht und ob dieses die Paprikawürfel schon eingeholt hat oder ob es noch dabei ist die Würfel zwischen all dem Sauerkraut (und Hackfleisch) zu suchen. Wir prosten dem ganzen mischmasch nochmal zu, schließen den Topf und lassen alles ca. 12min köcheln.

    Die Sahne und der Schmand werden verrührt und nach den 12min Köchelzeit in den Topf gefüllt und locker leicht mit seinem Inhalt vermischt. Zeit für eine erste Kostprobe, in deren Ergebnis wir so in etwa abschätzen können welche Mengen an Salz und Pfeffer es wohl schaffen mögen einen ausgewogenen Wohlgeschmack zu entfalten. Wir kosten und salzen und pfeffern bis das Ergebnis uns gefällig ist. Sollte der Topf bereits nach diesem Schritt leer sein, dann …. dann … dann … haben Sie vermutlich keinen Hunger mehr. Sie dürfen aber dieses Rezept weiterlesen um zu erfahren was Ihnen so alles entgegangen sein wird.

    Als nächstes suchen wir die Auflaufform, deren Aufenthaltsort immer nur erahnt werden kann, weil sie nicht so häufig gebraucht wird. Einmal gefunden wird die Form kurz ausgewaschen (In dunklen Ecken herumschmollende Auflaufformen rächen sich meist mit einer dünnen Staubschicht, die sie im Laufe der Zeit züchten!) und mit einem kleinen Stückchen Butter eingerieben. Alles! Also Boden und Rand der Auflaufform sollten einen schmierigen Charakter haben.

    Achtung – eine kurze Durchsage: Heizen Sie nun den Ofen vor!
    180°C könnten eine gute Temperatur sein.

    Die Lasagneblätter werden kurz angekocht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade Lasagneblätter, auf deren Verpackung steht, dass sie niemals nicht vorgekocht werden müssen, immer hart bleiben und sich einen Teufel um Verpackungstexte scheren. Vermutlich wurden die Zubereitungshinweise niemals den Lasagneblättern vorgelesen, so dass sie gar nicht wissen können, dass sie gefälligst ohne Vorkochen weich werden müssen.
    Wir machen einen Topf mit Wasser heiß.
    Wenn das Wasser sprudelt legen wir die Lasagneblätter in das heiße Wasser und baden sie daran für ca. 3-4min und kippen das heiße Wasser wieder weg.

    Wir legen den Boden der Auflaufform mit Lasagneblättern aus und bedecken diese mit tüchtigen Portionen aus dem Topf. Dann hauen wir wieder Lasagneblätter drauf und … wieder Sauerkraut-Paprika-Ananas(-Hackfleisch)-Mischung. Dieses Spielchen treiben wir bis zum Erreichen des Füllstandsanzeigers der Auflaufform, welcher oftmals mit der oberen Kante selbiger gleichzusetzen ist. Oben sollte nun die Mischung aus dem Topf liegen – nicht die Lasagneblätter. In letzterem Fall nehmen Sie die Lasagneblätter wieder runter und verfüttern Sie sie an Ihre Kinder, die Nachbarn oder ihren Kanarienvogel.

    Aufmerksame Leser haben sich sicherlich während der Lektüre dieses bereits wieder viel zu langen und ausschweifenden Rezepts gefragt, wann der Käse an die Reihe kommt und werden zu ihrer Beruhigung feststellen, dass der Moment nun gekommen ist. Der Käse wird nun einfach über alles drübergestreut, wobei wir darauf achten müssen, dass „über alles“ nicht links und rechts neben der Auflaufform ist, sondern oben auf der Auflaufform, also über der oberen Lage des ehemaligen Topfinhalts.

    Wir öffnen den vorgeheizten Ofen, schieben die Auflaufform für ca. 30min in selbigen und schließen den Ofen wieder.

    Nach 30min ist die Sauerkraut-Lasagne fertig.

    Guten Appetit.

    Fazit: Einfach, sehr billig und einfach mal was anderes.

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