Neulich abend: Es sollte griechische Kartoffeln geben. Aber was dazu machen? Auf Gyros hatte ich keine Lust. Aber Keftedakia – das wäre was. Und so habe ich sie zubereitet.

Wenn ich an Keftedakia denke, dann schweifen meine Gedanken unweigerlich ins Jahr 1999 zurück. Da weilte ich zuletzt in Griechenland und wandelte mit meiner Frau als Rucksacktouristen über Kreta und Kythera. Und abends – in unserer Stamm-Ouzeria abseits des Touristentrubels von Chania, gab es stets Keftedakia zum Ouzo. Herrlich!

Die Zutaten

  • 600g Hackfleisch (Rind oder gemischt)
  • 4 EL Ouzo
  • 1 Zwiebel
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 1 TL Oregano
  • 4 Scheiben Toastbrot
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Ei
  • 1 TL Minze (gehackt)
  • Mehl
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Der Ouzo muss nicht eiskalt sein. Das will ich gern vorausschicken. Er sollte es aber sein, denn als gewissenhafter Koch prüft man vor der Verwendung die Qualität des Ouzo. Und lauwarmer Ouzo zieht mir immer die Latschen aus. Ouzo muss zum Trinken so kalt sein, dass er sich kaum aus der Flasche getraut.

Probiere den Ouzo.

Keftedakia – so wird’s gemacht

Schnapp dir ein Küchenbrett, ein Küchenmesser sowie die Toastscheiben. Säbele die Kanten vom Toastbrot und verfüttere sie gegebenenfalls an Kinder oder Vögel. Die randlosen Toastbrotscheiben wandern in eine große Schüssel. Es ist egal, ob sie da nur so herumlümmeln oder ordentlich gestapelt werden. Wirklich.

Prüfe nun bitte, ob dem Ouzo nichts passiert und er noch verwendbar ist. Wir sind sehr gewissenhaft, was die Qualität angeht!

Nimm einen Esslöffel und mess mit ihm 4EL Ouzo ab. Der Ouzo wird mit dem Esslöffel über die Toastscheiben verteilt. Tu es! Notfalls gewinnst du mit einem weiteren Schluck den nötigen Mut zu diesem Schritt.

Stell den Ouzo außer Sichtweite. Am Besten ins Gefrierfach! Keine Sorge: Ouzo kommt erst am Ende des Rezepts wieder vor!

Befreie das Hackfleisch aus der Verpackung und lass es auf die Ouzo-Brotscheiben in der Schüssel klatschen.

Schäle Ziebel und Knoblauch und hacke beides getrennt klein. Ich habe dann das Knoblauchklein in eine Schüssel gegeben und mit 3 Prisen Salz vermischt. Ich hab‘ das einfach so ausprobiert, weil ich meinte, dies mal gesehen zu haben. Heutzutage ist es ja schwierig nicht Tipps aus irgendwelchen Kochshows aufzuschnappen. Die Zwiebelstückchen finden sich zu ihrem Erstaunen in einer Pfanne wieder, welche wiederum so 3 EL Olivenöl ganz heiß gemacht hat.

Nochmal langsam: Also Pfanne auf den Herd, 3 EL Olivenöl reinschütten, das Öl erhitzen und dann die Zwiebeln reinpurzeln lassen.

Die Zwiebeln werden nun glasig gedünstet. Keine Bange, sie zerspringen nicht wie Glas, wenn sie glasig sind. Das heißt nur so. Brutzel einfach so ne Minute in heißem Öl. Dann bist du auf der sicheren Seite. Die glasigen Zwiebeln haust du in die Schüssel. Die mit dem Hack drin und dem Ouzo und den entmantelten Toastbrotscheiben. Sieh zu, dass nicht soviel Öl mit reinläuft. Am besten du machst das Löffelweise. Halte die Pfanne etwas schräg, schnapp dir mit dem Löffel Zwiebeln und zieh diese langsam zum oberen Ende der Pfanne. Dabei läuft das Öl runter und letztlich bleiben mehr Zwiebeln als Öl auf dem Löffel. Geht ganz einfach. Achte nur darauf, dass das Öl nicht aus der Pfanne läuft. Öl ist blöd wegzuputzen.

Mach das Ei über der Schüssel kaputt und achte darauf, dass nur das Ei-Innere in der Schüssel landet. Eierschalen sind unerwünscht. (Tipp: Vorsichtige Köche trennen Ei-Inhalt und Schale über einer kleinen Schüssel oder Tasse! So kann man kleine Eierschalenbruchstücke notfalls herausfischen. Eierschalen zwischen dem Gehackten zu entfernen ist ungleich schwieriger. Der Nachteil dieser Methode soll nicht verschwiegen werden: mehr Abwasch!)

2 EL Oregano, der gesalzene Knoblauch sowie Pfeffer finden sich ebenfalls in der Schüssel. Bei der Menge Hack würde ich sagen: 1 TL Salz und 1TL Pfeffer. Das ist ne gute Basis zum abschmecken.

Die Minze – Himmel – die hatte ich fast vergessen. Ich zupfte so 6 Blätter Minze ab, wusch diese und hackte sie mit einem Kochmesser kurz und klein. Das Minzklein wanderte in die Schüssel.

Aus hygienischen Gründen müssen nun die Pfoten gewaschen werden. Echt! Auch wenn du sie dir gleich so richtig dreckig machen wirst.

Mansche den ganzen Kladeradatsch durch. Ja – pampe herum. Wie damals als du klein warst und Sandburgen am Wasser gebaut hast. Knete das ganze Schüsselinnere so richtig durch. Knete, knete, knete. Wenn du nicht mehr mit Leichtigkeit die einzelnen Inkredenzien trennen kannst, dann hat die Hackmasse eine ziemlich breiige Konsistenz.

Stell die Schüssel für ne gute Stunde abgedeckt in den Kühlschrank. Die Zeit kannst du dir mit dem Ouzo vertreiben. 😉

Das gröbste ist erledigt. Schnapp dir einen tiefen Teller oder eine Schüssel und fülle diese mit etwas Mehl.

Machen wir uns an das Keftedakia-Formen. Nimm dir etwas Keftedakia-Rohmasse aus der Schüssel, forme ein kleines kugelförmiges Gebilde und wälze dieses durch das Mehl. „Stapel“ die Keftedakia-Rohlinge irgendwo zwischen. Am Besten in einer anderen Schüssel. Die hohe Kunst besteht darin, die Kugeln zu einer großen Pyramide aufzubauen. Wenn du das schaffst, schicke mir bitte ein Foto, ja?

Nun ergreifen wir eine große Pfanne und erhitzen ca. 2-3 Eßlöffel Olivenöl darin. Drappiere die zukünftigen Keftedakia in dem Öl und brate sie rundherum gut durch. Gib den Keftedakia Zeit und verbrenne sie nich. Hier ist geduldiges Brutzeln und Wenden angesagt.

Tja – das war’s auch schon. Durch den Ouzo und die Minze gewinnen diese normalerweise so normalen Hackfleischbällchen enorm an Finesse. Der viele Oregano zaubert die typisch griechische Note in die Keftedakia.

„Kali orexi“ was griechisch ist und soviel wie „Guten Appetit“ heißt.

Die Keftedakia munden mit griechischen Kartoffeln und Tzatziki vortrefflich.

PS: Ich hatte es ja versprochen: Natürlich genießt man Keftedakia am aller-allerbesten mit einem guten Ouzo! Logisch.

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