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Es musste mal wieder etwas anderes sein. Etwas neues, nie (bei uns) da gewesenes. Auf der Suche nach kochbarem Futter stieß in meinen Onlinesammlungen auf ein interessant klingendes „Möhren-Curry“, welches total einfach herzustellen schien und erfreulicherweise durch Hackfleischbällchen „verfeinert“ werden kann. Dazu sollte es absolut passend Reis geben. Die Option mit den Klopsen (so kann man die Hackfleischbällchen auch bezeichnen) ließ mir bereits im Vorfeld Pfützen auf der Zunge entstehen und ich sabberte hin stiller Vorfreude ein wenig vor mich hin. Metabildlich gesprochen.

Da ich aufgefordert wurde, auch noch etwas Broccoli zu dünsten, brachte mich das Kochen des Rezepts an die Grenzen der Kapazitäten unserer Küchenausstattung. In gekonnter (*hüstel*) Manier schaffte ich es trotzdem, alle „Zutaten“ beinahe zeitgleich fertig zu bekommen.

Und so habe ich es gemacht.

Rezept für Hackfleischbällchen in Karotten-Curry mit Reis und Broccoli

Die Zutaten

  • 600g Karotten
  • 500g Hackfleisch
  • 2 Zwiebeln
  • 3 EL Curry
  • 2 EL Mehl
  • 500ml Gemüsebrühe (oder Fleischbrühe) (oder gemischt)
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Eier
  • Semmelbrösel
  • Petersilie
  • ein wenig Kümmel (Kreuzkümmel)
  • Butter
  • 1 Broccoli
  • 2 Tassen Reis
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Öl
  • Vorbereitung:
  • Kochzeit:

Das braucht man

.

Auf den ersten Blick sieht das nach einer ziemlichen Küchenschlacht aus und ich gebe gleich zu, dass man in dieser Hinsicht nicht enttäuscht wird. Die Einfachheit des hier gekochten Rezepts resultiert nur aus dem massiven Einsatz aller möglichen Küchenutensilien. Damit alles ziemlich gleichzeitig fertig wird, müssen die unterschiedlichen Garzeiten in die geeignete Reihenfolge gebracht werden. Ich ging daher von folgender Zeiteinteilung aus:

  • Reis (Basmati): insgesamt 25-30min
  • Hackfleischbällchen: 5min Vorbereitung + 20min brutzeln
  • Karotten-Curry: 10min Vorbereitung + 20min kochen
  • Broccoli: läuft irgendwie nebenher

Ich begann mit den Karotten bzw. Zwiebeln. Letztere wurden fachgerecht gehäutet, gesäubert und in kleine Würfelchen geschnippelt. Eine zerkleinerte Zwiebel kam in eine Schüssel (für das Hackfleisch) und die andere in die Wokpfanne (für das Curry). Anschließend rückte ich mit einem Pendelschäler den Karotten zu Leibe. Ich hatte so einen 1kg-Beutel mit Karotten und weil ich so in Schwung war, schälte ich etwas mehr als 600g Karotten. Vielleicht waren es 700g; eventuell auch 734g. So genau kann ich das nicht mehr sagen. Die Karotten wurden nach dem Schälen gewaschen und dann in Scheiben geschnitten. Mach das mal mit einem Kochmesser! Gewiss – die Herren und Damen Meisterköche in den Fernsehshows und Filmen dröseln die Karotten in einem atemberaubenden Tempo in die gesuchte Scheibenformen auf. Ich kann das auch! Nur entschieden langsamer und unter Aufbietung aller menschenmöglichen Geduld. Ich griff daher zu unserer Küchenmaschine, setzte der den Zerkleinereraufsatz auf, rüstete die Scheibenscheibe nach und …. transformierte so in windeseile und unter großen Krach die Karotten in Scheiben.

Ich begoß die in der Wokpfanne dösenden Zwiebelwürfelchen mit Öl und setzte den Induktionsherd in Gang. Während nun im ersten Gang die Zwiebeln glasig werden sollten, widmete ich mich der Schüssel mit dem anderen Zwiebelzeug. Ich packte das Hackfleisch dazu, entleerte zwei Eier darüber (ohne das Eierschale in die Schüssel purzelte!), würzte üppig mit Salz, Pfeffer sowie einer Prise Kümmel und kippte den Rest unserer Semmelbrösel dazu; also ungefähr … wenn nicht weniger. Ich würde sagen, es waren so 200 – 250g.

Anschließend wusch ich mir die Hände(!) und begann das ganze Schüsselinnenleben durcheinander zu matschen. Mitten drin fiel mir das Fehlen von Knoblauch auf, weshalb ich schnell eine Zehe entkleidete, kurz und klein säbelte und dem verdutzten Hackfleischbällchenteig unterschob. Außerdem musste ich Salz und Pfeffer nachwerfen, denn ich war im ersten Ansatz zu zögerlich gewesen. Hackfleischmasse hat die komische Angewohnheit, fast immer nachgewürzt zu werden. Das Zeug neutralisiert Unmengen Salz und Pfeffer. Letztlich schmeckte die Rohmasse, weshalb ich sie zum kurzen „Ziehen“ beiseite stellte, um mich ..

… der Wokpfanne zu widmen, in welcher sich glasige Zwiebeln befanden. Diese freuten sich enorm über die Zufuhr der ganzen Karottenscheiben. Ich mischte unter sanftem Kochlöffeln alles durcheinander und dünstete das Karotten-Zwiebel-Gemisch munter weiter. 4min später erinnerte ich mich daran, dass dies ein Curry geben sollte und streute 2 EL Mehl sowie 3 EL Curry über die Karotten. Mit einem Kochlöffel lässt sich alles wunderbar vermischen!

Eine weitere Minute später schummelte sich der Reis ins Hirn und meldete sich mit seiner Zubereitungzeit. Ich schüttete 2 Tassen Basmati in einen Kochtopf, flutete den anschließend mit 4 Tassen Wasser (Menge Reis x2 bei Nutzung der gleichen Tasse), streute einen Teelöffel Salz dazu und jagte maximale Energie drunter.

In der Wokpfanne schmurgelten die Karotten lustig vor sich hin, weshalb ich mit dem Kochlöffel eifrig wendete und wendete. 500ml Wasser ergossen sich schwallartig in die Pfanne und ließen ein kurzes Zischen erklingen. Ich löffelte noch 2 EL Gemüsebrühe dazu und legte den Pfannendeckel drauf. Für ungefähr 15-17min konnte ich die Wokpfanne mit dem Karotten-Curry nun sich selbst überlassen.

Diese Zeit brauchte ich unbedingt, um die Hackfleischbällchen zu braten. Aber ….

Im Reistopf blubberte es wie in einer Hexenküche. Es war kaum noch Wasser über dem Reis zu sehen. Der ideale Zeitpunkt um ein Stückchen Butter (25-50g) im Reis zu versenken, den Topf zu schließen und die Energiezufuhr auf ein Minimum zu reduzieren.Der Countdown läuft: ab jetzt ca. 20min!

Ich schnappte mir eine Pfanne, erhitzte Öl darin und formte aus dem Hackfleischteig kleine Bällchen, welche sich sofort in dem heißen Öl baden durften. Ich formte die ganze Pfanne voll. Es blieben noch ca. 20% der Hackfleischteigmenge übrigen: ein zweiter Bratgang würde unausweichlich sein.

… ‚Da fehlt noch was!‘, ging mir durch den Kopf. Die Augen tasteten sich prüfend durch die Küche und bleiben auf einem unbehandelten Broccoli hängen. Lieber Himmel!

Ich drehte mich rasch zum Schneidbrett und zerkleinerte brutal den Broccoli mit dem Kochmesser, wusch alles einmal gründlich durch, kippte die Einzelteile in einen weiteren Kochtopf, behandelte dessen Inhalt mit Wasser, Gemüsebrühe, etwas Salz, Pfeffer und etwas Butte, verschloß den Topf und versucht für diesen noch etwas Platz auf dem Herd zu schinden.

Hackfleischbällchen in Karotten-Curry mit Reis und Broccoli

Maximale Ausnutzung des Induktionskochfelds:
Hackfleischbällchen + Karotten-Curry + Reis + Broccoli

In der Bratpfanne brieten die ersten Hackfleischbällchen bereits lang genug, um gewendet zu werden. Ich griff zu zwei Gabeln und wendete bzw. wollte wenden, aber ich Dummerle hatte die Pfanne so voll gepackt, dass kaum Platz zum Wenden blieb! Trotzdem wendete ich jedes Bällchen einzeln und legte außerdem eine dicke Scheibe Butter in die Pfanne. Hackfleischbällchen schmecken am besten, wenn sie in Butter braten. Das Öl am Anfang dient nur dazu, um die Dinger schnell anzubraten.

Alles lief. Die gerade noch herrschende Hektik wich einem kurzen Durchatmen. Jetzt galt es nur noch, die Hackfleischbällchen zu brutzeln, das Curry nicht aus den Augen zu verlieren und den Broccoli nicht ganz zur Nebensache verkommen zu lassen.

Nach ca. 15 ruhigeren Minuten, war der Reis fertig. Die Hackfleischbällchen auch. Zumindest die erste Fuhre. Das Karottencurry in der Wokpfanne schmeckte vortrefflich.

Ich hatte jetzt mehrere Möglichkeiten:

  • Die Soße pürieren oder so lassen.
  • Die Hackfleischbällchen in die Soße kippen, damit die Röstaromen im Curry den Himmel auf Erden entstehen lassen.

Vegetarier lassen natürlich die Hackfleischbällchen hübsch separat. Mögen die Fleischfresser sich die Dinger selbst nehmen. Das ist durchaus legitim in gemischten Essengruppen.

Obwohl ich auch Vegetarier in der Runde habe, durfte ich die Hackfleischbällchen in die unpürierte Soße kippen. Die Vegetarier würden sich dann um die Klopse herum mit der Soße bedienen und das Vorhandensein von Fleisch in der Soße wohlwollend verdrängen. Außerdem hatten sie ja noch den Broccoli, der noch nicht ganz soweit war. Das passte mir gerade ziemich gut, denn…

Der Reis war auch fertig, konnte aber gut noch ein paar Minuten durchhalten. Unter dem  Broccoli wurde die Energie noch einmal erhöht und in der Bratpfanne das restliche Hackfleisch in Klösschenform gebraten. In der Wokfpanne zog das Curry mit den Hackfleischbällchen durch. Es duftete himmlisch.

Keine 10min später aßen wir, nachdem ich noch Petersilie über das Curry gestreut hatte.

Fazit: Es schmeckte köstlich. Besonders die Soße in Verbindung mit dem Brokkoli und dem Reis mundete der Vegetarierfraktion am Tisch. Die Fleischfresser warfen sich die Bällchen in den Mund. Die kleinen Werfer sammelten außerdem die Karotten aus der Soße. (Das nächste mal wird püriert!)
Insgesamt hätten es durchaus weniger Karotten sein dürfen. Vielleicht nur so 500g nehmen.
Wer es scharf mag, kann hier gern noch Chili einstreuen. Kommt richtig gut!

Auch wenn wir fraßen wie die Scheunendrescher, haben wir nicht alles geschafft. Der Rest steht nun im Gefrierschrank. 🙂

Fazit2: Ein recht billiges Essen, welches einfach herzustellen ist. Einfach – wenn man es schafft alle Töpfe und Pfannen in Einklang zu bringen oder … ein ausreichend großes Induktionskochfeld zu haben. Unser Induktionfeld wurde gerade noch so der Lage Herr. Das war das Limit.

2 thoughts on “Hackfleischbällchen in Karotten-Curry

  1. Geniale Schreibe. Hab`s bis zum Schluss gelesen, als nette Unterhaltung. Gibts diese Anleitung auch in Kurzform? (Ich liiiiiieeeeeebe stichwortartige Anleitungen zwecks schnellerem Nachkochen :-))

    • Hallo Sonya, vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich trage mich in der Tat mit dem Gedanken, alternativ zu den ausführlichen Rezepten noch eine Kurzform aufzubereiten. Insofern stubst mich dein Kommentar geradezu in diese Richtung. Danke für deine Anregung!
      Liebe Grüße vom Bodensee
      Jörg

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