Neulich war so tolles Wetter draußen, dass für das Kochen des Abendessens nur wenig Zeit blieb. Wir hatten Hähnchenbrustfilet und Tomatenzeuch und Reis fand sich auch noch. Ein paar Paprikaschoten lümmelten ebenfalls in der Küche herum. Daraus läßt sich mit recht einfachen Mitteln ein echt leckeres, schnelles Essen zaubern.

Die Zutaten

  • 500g Hähnchenbrustfilet
  • 2 Knoblauchzehe
  • 2 Paprikaschoten (was da ist, schön wenn sie bunt sind)
  • 1 Zwiebel
  • Pflanzenöl
  • 1 Päckchen passierte Tomaten
  • 1 Becher Sauerrahm oder Schmand
  • 1,5 Tassen Reis (Basmati)
  • Käse am Stück oder gerieben
  • Paprikapulver
  • Chilipulver
  • ein wenig Mehl

Das braucht man

    Das ist alles. Bis auf das Frischgemüse und das Hähnchenbrustfilet hat man normalerweise alles zu Hause.

    Wenn Sie meine Rezepte kennen wissen Sie, dass ich es bevorzuge erst mal alles vorzubereiten. Also Gemüse waschen und zerkleinern, Fleisch säubern und zerhackstückeln etc. Bei diesem Rezept ist es nicht anders, weswegen wir uns zunächst dem Fleisch zuwenden.

     

    Das Hähnchenbrustfilet wird gewaschen und anschließend mit Küchentücher(n) abgetrocknet. Schauen Sie mal, ob Sie mit einem scharfen Messer haftende Haut oder Sehnen bereits jetzt extrahieren können. Benutzen Sie wirklich ein scharfes Messer. Alles andere ist nur frustrierend.

    Bevor das Gemüse zu ungeduldig wird, verwenden wir die nächsten Sekunden für den Knoblauch.
    Die Knobizehen werden ausgezogen und anschließend gepreßt. Idealerweise findet dieser druckvolle Vorgang über dem Fleisch statt. Der Knoblauchextrakt wird anschließend fein in das Fleisch massiert. Versuchen Sie nicht, dies solange zu tun, bis kein Knobi mehr zu sehen ist. Das schaffen Sie nicht. Es reicht völlig aus, das bisschen Knoblauchpaste auf dem ganzen Fleisch zu verteilen. Schmieren Sie tüchtig. Seien Sie zärtlich zur Hähnchenbrust. Verschwenden Sie keinen Gedanken daran, wie sehr Ihre Finger danach stinken werden. Sehen Sie dies als Opfer für ein schmackhaftes Essen an, welches Ihnen nachher Ovationen einbringt.

    Schnappen Sie sich ein scharfes Küchenmesser (Fleischmesser) und schneiden Sie nun das Fleisch in schmale Scheiben. Sammeln Sie die Fleischscheiben in einer Schüssel.
    Jetzt greifen Sie zum Mehl und stäuben ca. 2 EL über das Fleisch. Mittels Ihrer Hand vermischen Sie nun das Mehl mit dem Fleisch. Sie fragen sich was das soll? Durch das Mehl verliert das Fleisch beim anbraten (zu dem wir in Kürze kommen) weniger Saft und trocknet nicht so aus. Ich habe es früher nicht geglaubt. Inzwischen bin ich bekehrt!

    Jetzt wäre es eigentlich an der Zeit mit dem Braten zu beginnen, doch … Sie, als aufmerksamer Rezeptstudent haben es bestimmt gemerkt … es wartet noch etwas Gemüse auf uns, welches vorbereitet werden will. Die Zwiebel wird in der gewohnten Manier geschält, gewaschen und in dünne Scheiben geschnitten. Ein normaler Vorgang, der Ihnen sicherlich leicht von der Hand geht. Nicht? Dann lesen Sie hier kurz nach: Anleitung zum Schneiden einer Ziebel. Ich warte auf Sie. Ach …. Stopp … Denken Sie beim Lesen der Anleitung daran, dass nicht Würfelchen das Ziel sind, sondern Scheiben! Obwohl …. eigentlich ist’s egal. Also – jetzt können Sie kurz in der Anleitung zum Ziebelschneiden spicken gehen.

    Die Ziebelscheibenwürfelchen stellen wir kurz beiseite.

    Widmen wir uns den Paprikaschoten. Diese werden ausgeweidet, gewaschen und in kleine Würfelchen zersäbelt. Auch an dieser Stelle spare ich mir eine neuerliche Anleitung. Wenn Sie Bedarf an einer sehr detaillierten Abhandlung zum Thema „Schneiden von Paprika für Fortgeschrittene und Anfänger und Profis“ haben, so finden Sie diese auf meinen Partnerseiten bei den Schnellkochtopf-Rezepten.

    Hmmm … jetzt sind wir soweit, mit dem Kochen zu beginnen.

    Messen Sie zunächst 1 – 1,5 Tassen Reis ab. Mit Tasse meine ich so Kaffeetöpfe. Mit der angegebenen Menge kommen Sie gut hin für 4 bis 5 Esser. Als Reis habe ich Basmati-Reis benutzt. Einfach weil er da war und zweifach, weil ich gern auf Basmati zurückgreife.
    Der Basmati wird nun gekocht. Huch – bestimmt stöhnt jetzt der eine oder andere Reisliebhaber auf, aber lesen Sie erst einmal weiter. Basmati wird nach meinem Empfinden wie folgt zubereitet: Der Reis kommt in einen Topf. Dazu kippen Sie ungefähr das doppelte an Wasser. In unserem Fall würde Adam Ries auf 2-3 Tassen Wasser kommen. Eine gute Prise Salz wandert ebenfalls in den Topf und dann …. volle Kraft voraus. Geben Sie alles an Energie unter den Topf was Sie haben. …. (Tipp: Gern mache ich noch einen Teelöffel Gemüsebrühe dazu. Sorgt für mehr Geschmack und mehr Akzeptanz bei Kindern!) … Wenn das Reiswasser kocht beobachten Sie den Topf wie ein Adler. Sobald das Wasser noch geradeso über dem Reis steht, reduzieren Sie die Hitze aufs Minimum, schneiden noch ein gutes Stückchen Butter (max 50g) rein, hauen nen Deckel auf den Topf und … den Rest macht die Natur. Hitze + Wasser + Reis = aufgequollener Reis. Mit anderen Worten: der Reis ist anschließend verzehrfertig und damit genau an dem Punkt, wo wir in haben wollen. Kalkulieren Sie für den Quellvorgang 20min ein. Eine Kücheneieruhr leistet dabei unschätzbare Dienste.

    Wo war ich stehengeblieben? Ach ja …
    Schnappen Sie sich eine Pfanne in die was reinpaßt. Ich habe eine Wok-Pfanne genommen und habe es nicht bereut. Kippen Sie etwas Öl in die Pfanne und sorgen Sie dafür, dass dieses heiß wird. Wenn das Öl bei der Zufuhr von Wassertröpfchen spratzelt und zischt ist es heiß. (Ich teste das immer indem ich ein Messer kurz nass mache und dann einfach in die Pfanne schnippe. Ein paar Tropfen Wasser lösen sich dabei vom Messer. Und wenn die für Krawall in der Pfanne sorgen ist das Öl bereit. Neulich hörte ich von einem Sternekoch, das der früher immer in die Pfanne gespuckt hat. So ein Schwein aber auch.) In dem Moment hauen Sie das Fleisch in die Pfanne. Das zischt auch. Braten Sie das Hähnchenfleisch nun ordentlich an. Nach dem ersten Wenden geben Sie die Zwiebeln dazu.

    Nach ca. 3-4 min sollte das Gros des Fleischen angebraten sein und eine bräunlich-weiße Färbung aufweisen. Perfekt. Schmeißen Sie die Paprikastückchen dazu. Mischen Sie alles gut durch und brutzeln Sie so 3 – 4min weiter.

    Nun ist der Moment gekommen, an dem Sie das Tomatenzeuch in die Pfanne kippen. Wie gesagt – ich hatte so ein 400g Päckchen passierte Tomaten. Können auch 500g drin gewesen sein. So genau weiß ich es nicht mehr und leider habe ich gerade keinen Nachschub da, bei dem ich nachschauen könnte. Schade. Egal. Kippen Sie den Sauerrahm gleich hinterher. Rühren Sie munter alles durcheinander und ….

    … würzen Sie mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver. Bedenken Sie wie immer die goldene Regel des Gourmetkochgurus: „Es ist leichter nachzuwürzen, als zu entwürzen!“ Mit anderen Worten: Seien Sie nicht zu übermütig, sondern würzen Sie nach und nach bis Ihre Geschmacksnerven erfreut aufjauchzen. Beginnen Sie mit 1 TL Salz, 1TL Pfeffer, 0,5 TL Paprikapulver und 1TL Gemüsebrühe. Danach werden Sie vorsichtiger und gehen „prisenweise“ vor. Bis auf die Gemüsebrühe. Von der sollten Sie nicht mehr in die Pfanne machen.

    Lassen Sie nun alles kurz aufkochen und machen Sie dann den Herd unter der Pfanne aus.

    Wir müssen auf den Reis warten.

    Dideldum.

    Wenn wir schlau gewesen wären hätten wir 10min früher mit dem Reis begonnen. Aber hinterher ist man ja immer schlauer, nicht wahr?

    Hilfe – hat da nicht die Küchenuhr geschellt? Der Reis ist fertig.

    Ab jetzt wird es für mich schwierig. Das hat den Grund, dass im Grunde genommen das Essen bereits fertig ist. Jedenfalls waren beim Essen alle der einhelligen Meinung, dass diese Mahzeit besser so kredenzt worden wäre: Reis in eine Schüssel oder einen tiefen Teller geben und von der Hähnchenfleisch-Paprika-Tomaten-Sauerrahmsoße darüber geben. Hmmmm. Lecker. Wenn Ihnen das reicht, können Sie mit dem Lesen an dieser Stelle aufhören und essen. Diese Speise wird nicht mehr besser. Nur noch aufwendiger. Ich schreibe jetzt nur noch deshalb weiter, weil ich im Titel hier ja einen Auflauf versprochen und diesen auch hergestellt habe.

    Aber ich musste noch einen Schritt weitergehen. Ich nahm eine große Auflaufform und schüttete den Reis in selbige. Den Reis verteilte ich in der ganzen Auflaufform. Die Betonung liegt auf „in der Auflaufform“. Außerhalb davon – auf dem Küchentisch etwa – ist der Reis nicht so hilfreich. Anschließend kippen Sie die Soße aus der Pfanne über den Reis. Achten Sie darauf, dass Sie nicht aus Versehen alles zum Überlaufen bringen. Da muss noch eine dünne Schicht Käse drauf! Bedenken Sie dies bitte.

    Mit einer Käsereibe reiben Sie nun den Käse über den Auflaufforminhalt. Wenn Sie bereits gekrümelten Käse haben, ist es nun für Sie einfacher.

    Die Auflaufform wandert in den Ofen, der bei ca. 180°C Innentemperatur für die kommenden 20min das Zuhause des Auflaufs ist.

    Jetzt ist der Auflauf fertig. Deftige Gemüter sorgen nun noch bei ihrer Portion mit Chilli für die nötige Schärfe. Wohl bekomms!

    Fazit: Der Auflauf schmeckt gut. Der Reis ist recht pampig nach dem Ofengang. Zukünftig würde ich den Reis nicht vollends quellen lassen, sondern diesen Vorgang vielleicht 5min früher beenden. Den Rest besorgt vermutlich der Ofen. Vielleicht probieren Sie das ja mal aus und schreiben mir das Ergebnis?

    Die Soße ist ein Gedicht! Hammergeil.

    Wenn Sie weniger Zeit als die bis hierher benötigten 40min, lassen Sie das mit dem Auflauf und servieren Sie auf einem Teller Reishügel mit einem Tomatensoßen-See drumherum, in dem sich bunte Paprika-Fischchen und Hähnchen-Felsen tummeln. Sie bestimmt gut aus. Muss ich das nächste Mal probieren. 🙂

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