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Ich hatte neulich Wunschessen-Tag und es gelüstete mir nach etwas neuem, nachdem Töchterchen bereits lauthals in der kommenden Woche ein Gulasch heraufbeschwor, welches ich mir eigentlich wünschen wollte. Folglich musste ich umdenken und fand auch bald ein leckeres Gericht: Hähnchenschlegel mit Reis – im Ofen zubereitet. Wenn du hier seit geraumer Zeit mitliest wirst du wissen, dass meine Frau Teilzeitveganerin ist – die andere Teilzeit ist sie Vegetarierin. Als führsorglicher Mann suchte ich daher nach einer Alternative zum Hühnerfutter und gelangte schließlich an ein Kartoffel-Erbsen-Curry, welches total vegan ist und außerdem leicht und zeitunkritisch zuzubereiten ist.

Es wurde dennoch im Zusammenspiel mit der Zubereitung des anderen Futters etwas hektisch, was sich jedoch nicht auf dieses Rezept hier auswirken wird. Die Leichtigkeit des Kochens ist bei diesem Rezept fühlbar; das exotitische Element kommt beim Essen. Und dieses wird dir munden … wie es mir mundete und meiner Frau auch, bevor ich …. aber dazu später mehr.

Die Zutaten

für ca. 4 Portionen

  • 750g Kartoffeln
  • 250g TK-Erbsen
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2cm Ingwer
  • etwas frischen Koriander
  • 1EL Tomatenmark
  • 4EL Curry
  • Salz
  • Öl
  • Vorbereitung:
  • Kochzeit:

Das braucht man

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Kartoffel-Erbsen-Curry

Kartoffel-Erbsen-Curry

Die Zutatenliste ist übersichtlich gehalten. Lediglich Ingwer musste ich besorgen und diese üppigen Mengen Curry erschöpften meine Vorräte fast vollständig. (Was im Grund genommen falsch ist: ich hatte wirklich alle sichtbaren Curry-Lager innerhalb der Küche geplündert und in Gedanken eine Notiz für Wiederbeschaffungsmaßnahmen gesetzt. Vorhin sollte die Übertragung der Notiz auf den Einkaufszettel folgen, was mich einen Blick in unser Gewürzlager werfen ließ und … da lag eine volle Tüte Curry! Originalverpackt! Der Curry-Einkauf war also überflüssig geworden.)

Koriander hatten wir auch keinen da, weshalb ich frischen Koriander besorgte. (was sich ebenfalls als überflüssig erweisen sollte. Das wird – wie bereits angekündigt – später noch erläutert.)

Die Zubereitung des Currys ist denkbar einfach:
Die Kartoffeln werden geschält, gewaschen und in Würfel geschnitten. Du weißt wie das geht? Nein?
Das Kartoffelschälen beschreibe ich jetzt nicht – sieh nur zu, dass du nicht zuviel Kartoffel als Abfall entsorgst. Bei großen Kartoffeln leistet ein Pendelschäler hervorragende Dienste, kleinere Kartoffeln werden mit einem Gemüsemesser geschält. Wenn die Erdäpfel dann entkleidet sind, erfreuen sie sich einem kurzen intensiven Reinigungsbad. Anschließend schnappst du dir Kartoffel für Kartoffel und schneidest diese zunächst in ca. 1cm dicke Scheiben, aus denen du danach ca. 1cm dicke Stifte herstellst, welche sich … du ahnst es sicherlich bereits … im Anschluß daran spielend leicht in ca. 1cm dicke Würfel konvertieren lassen. Ungeübte Köche üben das auf einem Schneidebrett, erfahrene Köche machen das Freihand. Oder auch nicht. Ich mache das Freihand und bin vielleicht deshalb kein Profikoch geworden. Ich weiß es nicht und es ist auch völlig unerheblich an dieser Stelle.

Schütte die Kartoffelwürfel in einen Topf, flute diesen mit Wasser (so bis 1cm über Kartoffelwürfeloberkante), stelle den Topf auf den Herd und zünde die Heizstufe. Wenn das Wasser kocht, reduziere die Hitze etwas und lass die Kartoffeln ca. 10min kochen.)

10min später …

Greife zu einem weiteren Topf, der mindestens so groß sein sollte, dass er das Kartoffelwasser auffangen kann. Gieße das Kartoffelwasser darin ab. Auch hier eine kleine Anleitung gefällig?
Besorge dir zwei Topflappen und lege diese über beide Topf-Griffe so dass dein Teil des Lappens auf dem Topfdeckel liegt. Dann greife die Topflappenbewehrten Griffe und drücke mit beiden Daumen den Topfdeckel vom dir abgewandten Ende zu dir. Ein dampfender Spalt entsteht, der nicht so groß sein sollte, dass Kartoffelwürfel hindurchpassen. Durch diesen Spalte kann das Kartoffelwasser in den anderen Topf abgeschüttet werden! Ganz einfach, oder?
Den Topf mit den entwässerten Kartoffeln stellt du mal eben beiseite. In das Kartoffelwasser kippst du die TK-Erbsen und gibst maximale Herdenergie darunter. Es dauert nicht lange und das durch die kalten Erbsen schockgekühlte Kartoffelwasser kocht erneut. Dieses Mal reichen 2min Kochzeit aus, um die Erbsen leicht anzugaren.

Von diesem Wasser brauchen wir ca. 150ml. Leichter gesagt als getan, was?
Ein Messerbecher findet sich bestimmt irgendwo. Die Trennung von Erbsen und Wasser vollziehen wir analog der Kartoffel-Wasser-Trennung von eben, nur dass du bei dem Spalt etwas filigraner zu Werke gehen musst, denn Erbsen sind kleiner als Kartoffelwürfel mit ca. 1cm Kantenlänge. (Tipp: Wenn du neugierige Kinder hast, kannst du ihnen geschwind die Aufgabe geben, das Volumen von Kartoffelwürfeln mit 1cm Kantenlänge zu berechnen. Oder den Flächeninhalt. Sie werden dich lieben dafür, das Kochen so eine lehrreiche Veranstaltung ist!)
Nachdem du den Messbecher bis zur 150ml-Marke gefüllt hast, schüttest du den Rest des Wasser einfach weg.
Die Erbsen kippst du zu den Kartoffeln und bedeckelst diesen Topf, damit sie es schön warm haben.

Das folgende Prozedere kann man gut in der Zeit machen, in welcher die Kartoffeln kochen. Aus Gründen der nicht vorhandenen Dramaturgie folgen die Anweisungen erst jetzt.

Die Zwiebel schälst du auch und schneidest sie schmale Scheiben. 1cm ist nicht schmal genug, bleibe in der Dicke darunter. Wenn die Zwiebelscheiben anschließend zerfallen sollten, ist das Jacke wie Hose – auch das spielt keine Rolle.
Mit dem Knoblauch verfährst du ebenso, mit einer Abwandlung: wenn du den Knoblauch letztlich durch eine Knoblauchpresse drücken willst kannst du das ruhig machen. Ich war eh gerade am Schneiden und säbelte die Knoblauchzehen einfach gleich mit in kleine Stücke, die erheblich feiner waren, als die der Zwiebel. Ist so ne Art angeborenes Verhalten bei mir: ich schneide Knoblauch eher als das ich ihn presse.

Der Ingwer wird mit dem Gemüsemesser geschält und anschließend mit einem Küchenmesser kleingehackt. Diesen Schritt solltest du unbedingt auf einem Schneidebrett durchführen, willst du nicht tiefe Runen der Erinnerung an dieses Rezept in die Arbeitsplatte deiner Küche schnitzen.

An Vorbereitungen war’s das auch schon. (wenn du weißt, wo das Curry ist, der Koriander in Reichweite lauert, das Öl parat steht und Salz sowie das Tomatenmark in Griffweite stehen bzw. liegen. Außerdem solltest du ggf. in den Keller gehen und die TK-Erbsen aus dem Tiefkühlschrank befreien. Tipp: Schau nach ob du alles hast, dann wird’s in den entscheidenden Momenten weniger hektisch.)

Schnapp dir eine (beschichtete) Pfanne (besser ist eine Wok-Pfanne!) und erhitze das Öl darin. Kippe die Zwiebel, den Knoblauch und den Ingwer darin und brutzel das Ganze leicht bis etwas über die Glasigstufe. Die Glasigstufe ist dann erreicht, wenn die Zwiebeln glasig geworden sind. Du brutzelst aber so lange weiter, bis sich eine leichte Bräune über das Pfanneninnenleben ausgebreitet hat. Jetzt …. löffelst du 4 Esslöffel (ich entschied mich für die gehäufte Variante) in die Pfanne und drückst noch ca. 1 EL Tomatenmark dazu. Das alles überlässt du bei kleiner Hitze kurz sich selbst und ….

Die 150ml Kartoffel-Erbsen-Kochwasser-Extrakt ergießen sich in die Pfanne. Das Zwiebel-Knoblauch-Ingwer-Curry-Tomatenmark-Gemisch nimmt die Konsistenz und das Aussehen einer ziemlich dreckigen Paste an, welche allerdings himmlisch duftet. Dazu wandern nun die Kartoffelwürfel mit den Erbsen.
Alles wird durchgemischt. Und gemischt und gemischt und … Reduziere die Energie unter der Pfanne auf leichte Köchelstufe, streu ein, zwei Prisen Salz darüber und lass alles so 5min durchziehen.

Fertig. Koste mal … lecker, was? Das schmeckt einfach klasse! Sagte meine Frau und ihr lief das Wasser im Munde zusammen.

Und der Koriander?

Tja … das mit dem Koriander ist so eine Sache. Koriander hat einen recht eigenwilligen, speziellen Geschmack. Im Rezept stand, dass man kurz vor dem Servieren frischen Koriander über das Curry streuen soll.
Also schnitt ich aus dem frischen Koriander, welchen ich besorgt hatte, ein paar Blätter heraus, wusch diese und hackte sie ganz fein. Dann streute ich wie mir geheißen und servierte.
Meine Frau kostete und …. DU HAST DEN KORIANDER NOCH REINGEMACHT? Ich gestand meine offensichtliche Missetat. Mir ging auf, dass meine Frau Koriander wohl nicht so mag. Ich übrigens auch nicht, aber im Rezept stand’s doch so und bei der Erstkochung macht man keine Experimente (das muss gerade ich schreiben). Nachdem ich selbst das nun vollendete Curry kostete fand ich es … suuuuuper! Auch mit Koriander. Aber ich gebe zu, dass es des Korianders zur Abrundung des Kartoffel-Erbsen-Currys nicht bedarf. Man kann ihn ruhig weglassen – es schmeckt trotzdem vortrefflich!

Fazit: Das Kartoffel-Erbsen-Curry ist ein fantastisches Essen, welches exotisch schmeckt, leicht und schnell zuzubereiten ist und außerdem nicht die Welt kostet! Definitive Nachkochempfehlung von mir!

PS: Entschuldige bitte das Bild zum Curry. Es ist von mir und aufgrund der hungrigen Meute am Tisch (die sich auf das neben dem Teller und damit für dich nun unsichtbaren Ofenblech stürzen wollte) ein Verlegenheitswerk in Zeitnot. Womit ich eigentlich nur davon ablenken will, dass die Welt an mir keinen Foodfotografen verloren hat ….

Sind noch Fragen zu diesem Rezept offen?

Wie? Was?

Das Volumen bzw. die Fläche von Kartoffelwürfeln mit 1cm Kantenlänge?

Ach das.

Volumen eines Würfels mit der Kantenlänge a: V = a * a * a  – oder anders ausgedrückt: V = a³
Fläche eines Würfels mit der Kantenlänge a: O = 6a²

Bei einer Kantenlänge von 1cm bedeutet das:

  • V = 1cm³
  • O = 6cm²

Wieder was gelernt, was?

Wenn du den Schwierigkeitsgrad erhöhen möchtest, dann stelle keine Kartoffelwürfel her! Begnüge dich mit Kartoffelquadern!

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