Ein neues Curry-Rezept, welches ich letztes Wochenende kochen durfte! Mit Aprikosen! Früher undenkbar, heute willkommene Abwechslung!

Mein erstes größeres fremdländisches Essen, welches ich vor vielen Jahren zubereitete, bestach mich durch seine merkwürdigen Zutaten: Äpfel, Bananen, Ananas. Nicht zu vergessen die Sojasoße, deren Existenz ich lange Zeit ignorierte. Neulich las ich dann von einem Curry, welches mit Aprikosen zubereitet wird. Vermutlich tippelte eine kleine kulinarische Muse durch mein Hirn und kehrte die Erinnerung an den Indientopf an die Oberfläche. Ich wollte dieses Rezept probieren. Es klang einfach zu … zu … naja: einfach und schnell. Lecker würde es schon automatisch werden.

Letzten Sonntag war es soweit und ich überwand mich, mal wieder ausgiebig den Kochlöffel zu schwingen. Außerdem war meine Koch-Ehre noch vom vorsamstäglichen Fiasko angekratzt. Ich hatte irische Kartoffelfladen ziemlich verhauen. Das galt es auszumerzen. Was soll ich noch sagen: ich bin auf ganzer Linie rehabilitiert!

Die Zutaten

  • 1kg Kartoffeln
  • 2 größere Paprikaschoten
  • 5 Aprikosen
    (oder 250-300g aus der Dose)
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 50g Butter
  • 1EL Currypulver
  • 2EL Mehl
  • 150ml Sahne
  • 400ml
    Gemüsebrühe
  • Sonnenblumenöl
  • Vorbereitung:
  • Kochzeit:
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Die schlechte Nachricht, die dieses Curry-Rezept betrifft gleich vorweg: es gibt wieder kein Bild. 5min vor der Fertigstellung dachte ich noch dran. Das muss das Alter sein! Aber das war’s auch schon mit schlechten News, denn dieses Curry-Rezept hat mich und uns auf ganzer Linie überzeugt. Obwohl ich es fast versaut hätte.

Und noch eines muss ich vorweg schicken: Ich habe dieses Curry rein mit veganen Mitteln gekocht. Meiner Frau zuliebe, die es seit einiger Zeit zu den veganen Vegetariern verschlagen hat. Ich lerne gerade das zu tolerieren. Immerhin bedeutet das auch für mich eine Umstellung beim Kochen. Statt Sahne habe ich einen Sahneersatz benutzt. Statt Butte vegane „Butter“. Der Rest ist ja vegan. 🙂 Für Fleischfutterer gibts noch eine Ergänzung am Ende des Rezept, die ich mir und den Kindern zum Curry reichte.

Also gut – fangen wir an.

Wir beginnen mit den Teilen, die erfahrungsgemäß am längsten brauchen, um vom festen in den genießbaren Zustand zu wechseln – den Kartoffeln. Diese schälst du und es liegt bei dir, ob du beim Einkaufen nur kleine Kartoffelmurmeln oder stattliche Exemplare gekauft hast. Merke: Es gibt einen himmelweiten Unterschied zwischen 1kg großen Kartoffeln und 1kg kleinen Kartoffeln! Der Unterschied ist das Schälen. Es ist übrigens absolut unbedeutend ob du nun genau 1kg Kartoffeln schnitzt oder etwas mehr oder weniger. Egal. Schäle, taxiere den geschälten Kartoffelhaufen, überschlage den Hunger der Mitesser und wenn du denkst, dass es reichen wird, dann lass es gut sein. Es ist so eine herrlich entspannte Art zu kochen!
Wasche die Kartoffeln sauber ab und schnitze daraus kleine Würfel. Wie das geht? Ganz einfach:
Schnapp dir ein Küchenbrett und ein Kochmesser. Fixiere die Kartoffel mit der linken Hand und schneide mit dem Kochmesser in der rechten die Kartoffel in ca. 0,5 – 1cm dicke Scheiben. Lass die Scheiben nicht auseinanderfallen, sondern drehe das Ganze um 90° – und schneide wieder im gleichen Abstand durch die Scheiben. Jetzt kannst du ein Auseinanderpurzeln nicht verhindern. Das ist auch schnurz, denn es reicht von der Größe her. Auch wenn es teilweise mehr kleine Quaderchen als Würfelchen sind. Wir machen hier ja kein Mathe!

Idealerweise schmeißt du die Kartoffelstückchen gleich in einen Topf, den du nach Beendigung der Schnitzarbeiten flutest und auf den Herd stellst, welchen du auch in Gang setzt. Gib gleich noch 2TL Salz dazu. Die Kartoffeln garen jetzt einfach vor sich hin, in des du nicht untätig sein darfst.

Du brauchst in Kürze heißes Wasser für die Gemüsebrühe. Setze also den gefüllten Wasserkocher in Gang. Wenn das Wasser heiß ist, fülle davon die vorgeschriebene Menge in einen Messbecher und verfeinere das Wasser mit Gemüsebrühe! Danke!
(Ich habe übrigens selbst hergestellte Gemüsebrühe genommen. Wie das geht muss ich auch noch mal irgendwann erzählen.)

Wenn du Aprikosen in der Naturform (also ohne Dose drumrum hast), entkernst du die Früchte erst einmal. Ich habe anschließend was völlig verrücktes gemacht. Jedenfalls kam es mir verrückt vor. Es war wie eine spontane Eingebung: mit einem Gemüseschäler schälte ich die äußere „Schale“ der Aprikosenhälften ab. Nicht penibel genau, aber ich schälte. Ich habe es im Nachhinein nicht bereut. Also kann es nicht so verkehrt gewesen sein, dieser fixen Idee zu folgen. Du kannst das auch so machen, musst du aber nicht. Ich weiß dann nur nicht, wie sich ungeschälte Aprikosen im Futter machen. Ich habe die dosenlosen Aprikosen nämlich das erste mal in meinem Kochleben benutzt!

Zerkleinere die Aprikosen grob in Würfel und stelle sie in iner Schüssel beiseite. Die Minute der Aprikosen schlägt erst am Schluß aber es ist immer gut, diesen Arbeitsschritt von der To-do-Liste zu streichen.

Du weidest jetzt die Paprika aus. Ich hatte eine rote und eine gelbe Paprika da und wie man die ausweidet habe ich schon einmal irgendwo beschrieben. Und weil ich vorhin so schön die Aprikosen „geschält“ habe, wiederholte ich das bei den Paprikaschoten. Ich schälte mit dem Gemüseschäler ganz grob die harte Schale von den Schoten! Die gesäuberten Paprikaschoten verwandelst du jetzt in kleine Paprikawürfelchen. Das funktioniert haargenau wie bei den Kartoffeln. Probiere das mal aus und du wirst merken, dass ich Recht habe. Kleiner Tipp: Du brauchst dieses Wissen gleich noch einmal!

Wenn du die Paprikaschoten fertig hast, schnappst du dir die Frühlingszwiebeln, säbelst von den weißen Enden den borstigen Strunkt ab und wäscht den ganzen Rest. Dabei lösen sich u.U. dünne Häutchen, die du einfach wegschmeisst. Ziel der Übung ist es, saubere, grün-weiße Frühlingszwiebeln zu gewinnen, die über keinen Dreck mehr verfügen. Du greifst dir alle 4 Pflänzchen, fixierst den Haufen mit der einen Hand und mit der anderen Hand, die durch das Kochmesser bewaffnet ist, schneidest du alle 4 Frühlingszwiebeln auf einmal in dünne Ringe. Wirf den ganzen Haufen zu den Paprikastückchen.

Ach ja – Schäle die richtige Zwiebel, wasche sie ab und schneide sie in kleine Würfelchen. Das geht wieder genau so wie bei den Paprika und den Kartoffeln – nur feiner. Auch dafür gibt es die passende Anleitung.

Die Kartoffeln dürften noch nicht so weit sein.

Die Currysoße

Widme dich jetzt der Curry-Sosse. Schnapp dir einen kleinen Topf und befördere die Butter hinein. Gib Energie unter den Topf. Hau einfach gleich noch die zerkleinerte Zwiebel mit dazu. Während die Butter zerläuft fangen die Zwiebeln an zu schwitzen und glasig zu werden. Das dauert je nach Stärke der Energiezufuhr so 1-2min. Danach wirfst du einen gut gehäuften Esslöffel Currypulver dazu und verrührst alles. Das wäre auch ein guter Zeitpunkt, um die Energiezufuhr auf ein kleineres Mittel zu reduzieren. Du brätst erst einmal weiter. Ja – genau – du brätst nur Butter mit Zwiebeln und Currypulver. Das sieht total merkwürdig aus im Topf. Ich weiß. Ich wundere mich auch jedes Mal aufs neue. Nach so 1-2min leichter Braterei löffelst du 2 Esslöffel Mehl dazu und rührst weiter. Keine Panik wenn das noch komischer anmutet. Das Topfinnere wird bröselig wie ein Teig. Aber nicht mehr lange, denn …

… du kippst jetzt die Gemüsebrühe dazu. Und rührst weiter. Ich habe das zuerst immer mit dem Kochlöffel gemacht, aber irgendwie klumpte das Zeug in der Brühe herum. So richtig glücklich war ich nicht dabei. Deshalb griff ich beherzt zum Schneebesen und schwenkte den aufmüpfig durch den Topf. Das Ergebnis: die Brösel lösten sich spielend in der Brühe auf und alles zusammen nahm die Form einer Currysoße an. Ich schlage vor, dass du das im Hinterkopf behältst und gegebenenfalls darauf zurückkommst.
Köchel das Ganze nun auf kleiner Hitze so 5min weiter. Wesentlich mehr ist egal, wesentlich weniger ist nicht egal. Anschließend schüttest du die Sahne bzw. das was du stattdessen benutzen möchtest hinein und rührst ein-, zweimal durch den Topf.

Jetzt ist die Zeit des Würzens gekommen. Salz und Pfeffer sind die Zaubermittel. Probiere zunächst so 1/2TL Salz und Pfeffer. Das sollte eine gute Basis sein, um dich dann in kleineren Dosierungen und eifrigem Abschmecken dem Idealzustand zu nähern. Beachte stets dabei die eherne Regel des Würzens: „Es ist leichter Gewürze in das Essen zu geben als wie wieder herauszuholen!“

Das hatte ich kurz vergessen und es wurde mir fast zum Verhängnis. Ich wollte einfach noch ein wenig Cayennepfeffer dazugeben. Ein wenig Schärfe sollte ein Curry schon haben. Auch ein Curry, welches Kinder essen sollen. Ich nahm einen Esslöffel und tauchte ihn vorsichtig in unser Cayennepfefferglas. Ich würde sagen, er tauchte so ein Fünftel des dicken Löffelendes hinein und kam ungehäuft wieder heraus. Was am Löffel „haftete“, ließ ich in die Currysoße plumpsen. Es sah plötzlich erschreckend viel aus. Ich rührte den Cayennepfeffer in der Soße, beobachtete das Köcheln so eine Minute und kostete … Ich kippte schier aus den Latschen. Verdammt, war das scharf. Hölle! Alarm!

Mittels der restlichen Sahne, die ich noch hatte sowie ein wenig weiterer Gemüsebrühe und einer Prise Zucker gelang es mir die Curry-Soße in eine für Normalsterbliche eßbare Form zu retten.
Fazit dieser Aktion: Cayennepfeffer ist hervorragend für dieses Curry geeignet – aber in Maßen. Du solltest kurz ein paar Gedanken an dich und deine Mitesser verschwenden, bevor du zum Cayennepfeffer greifst. Und sage hinterher nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.

Du kannst die Soße jetzt einfach auf kleinster Stufe warmhalten und greifst nebenbei zu einem weiteren großen Topf oder aber …. einer Wok-Pfanne. Es wird ja asiatisch heute und da macht eine Wok-Pfanne immer eine gute Figur.
Kippe so 2-3 EL Öl in die erhitzte Pfanne. Dann schütte die kleinen Paprikas und Frühlingszwiebelröllchen dazu. Brutzel das alles schön durch. Dann nimm die Energie weg. Länger als 3-4min sollte dieser Teil nicht in Anspruch nehmen.

Die Kartoffeln sind jetzt weich.
Jetzt geht es ganz schnell!

Das Curry mit Aprikosen

Gieße das heiße Kartoffelwasser ab. Es gibt einige praktikable Herangehenweisen dabei. Ich bevorzuge diese: mit zwei Topflappen fixiere ich den Topfdeckel so auf dem Topf, dass er nicht richtig schließt, sondern statt dessen ein schmaler Spalt geöffnet bleibt. Gerade so groß, dass keine Kartoffeln durchpassen. Dann hebe ich den so gefesselten Topf über das Spülbecken und kippe das Wasser einfach aus. Brutal einfach, nicht wahr?

Schütte die im Topf verbliebenen Kartoffelklötzchen zu den Paprika und Frühlingszwiebelröllchen in die Wok-Pfanne. Gieße die Soße dazu! Erinnere dich, wo du die zerkleinerten Aprikosen stehen gelassen hast und lass die auch in die Wok-Pfanne purzeln. Verrühre alles miteinander und …

… Du bist Fertig!
Das war’s.

Koste mal. Es schmeckt wahnsinnig gut. Die Kombination aus Kartoffeln, Currysoße und Aprikose ist einfach himmlisch. Der Wahnsinn. Durch den Cayennepfeffer bekam das Ganze noch eine gewisse Schärfe, die dem Curry unheimlich gut tat.

Du hast nun zwei Möglichkeiten: du servierst sofort oder du hältst das Kartoffel-Aprikosen-Paprika-Curry noch ein wenig in der Wokpfanne warm. Dadurch matscht alles ein wenig mehr zusammen und zieht so richtig durch. Dieses Curry-Gericht gewinnt dadurch weiter an Fahrt.

Fortsetzung für Nichtvegetarier:
Ich habe aus Angst vor einem komplett fleischlosen Reinfall und weil ich (zum Teil berechtigt) kindliche Abneigung gegen Curry befürchtet habe, noch Putenschnitzel gekauft. Die Schnitzel schnitt ich mit einem Fleischmesser in Streifen – so wie du es von Geschnetzeltem kennst. Die frisch geschnittenen Streifen kommen in eine Schüssel oder auf einen tiefen Teller. Wenn das ganze Fleisch zerschnippelt ist, streue ich immer so 2 EL MEhl darüber und vermenge alles miteinander. Das dient nur dazu, dass das Fleisch beim Anbraten nicht so austrocknet. Das funktioniert wirklich hervorragend! Greife dir eine große Pfanne, erhitze Öl darin und wenn das Öl heiß ist, brate das Geschnetzelte scharf – also bei großer Hitze – an. Wenn das Putenfleisch zum Teil diese wunderschöne hellbraune Färbung angenommen hat, reduzierst du die Hitze, schneidest so 40g Butter in die Pfanne und brätst alles nochmal so 4-5min weiter. Würze mit Salz und ein wenig Pfeffer und fertig ist die „Beilage“ zum Curry.

Fazit: Wird waren überrascht von diesem Curry. Es schmeckte hervorragend. Bis auf ein Kind futterten wir wie die Scheunendrescher. Dieses Kind wurde mit dem Geschnetzelten satt. (Ich hatte es ja geahnt!).
Dieses Curry-Rezept für ein Kartoffel-Paprika-Aprikosen-Curry bekommt eine Höchstnote und eine ganz klare Nachmachempfehlung! Haut rein!

Update: Dieses Curry-Rezept ist eigentlich auch was für das aktuelle Blog-Event von Foodina – da gibt’s jetzt weitere Curry-Rezepte.

One thought on “Curry mit Aprikosen

  1. Hört sich auf den ersten Blick ein wenig zeitaufwändig. Aber das Gericht ist simpel gestrickt. Werde ich auf jeden Fall mal probieren.

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